Mündlichkeit

Die Wiederkehr der Mündlichkeit

Wiederkehr der Mündlichkeit - Begriffsgeschicht - Mündlichkeit in der postindustriellen Gesellschaft - Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Vergleich - Konzeptionelle Mündlichkeit, konzeptionelle Schriftlichkeit - Komponenten des mündlichen Vortrags - Glossar Stimme

Die These von der Wiederkehr der Mündlichkeit

  • Jede Wiederkehr erfordert vorhergehende Abwesenheit: gab es je Phasen der kulturellen Entwicklung, in denen es keine mündliche Dichtung gegeben hätte? Ist diese Formulierung nicht einem veralteten Modell von Dekadenz und Renaissance geschuldet, das sich wie Vasaris Vorstellung vom Aufblühen und Verwelken der Künste ausnimmt? Mündlichkeit ist durch Schriftlichkeit nie gänzlich verdrängt worden, weil Schrift bei allen Vorzügen schwerwiegende Nachteile hatte.
  • Von einer Wiederkehr der Mündlichkeit kann allein deshalb nicht gesprochen werden, weil es eine Mündlichkeit vor der Schrift nicht mehr geben kann. Die veränderte neue Mündlichkeit unterscheidet sich in ihren Formen und Mitteln deutlich von der alten Mündlichkeit, ruht auf einem Unterbau neuer technologischer Möglichkeiten.
    Eine Wiederkehr der Mündlichkeit wird es nicht geben, weil es "die" Mündlichkeit als Leitbegriff einer Zivilisationsstufe nur in der Gegenwart der Schrift gegeben hat. Was wir als Mündlichkeit bezeichnen, das ist eine Abstraktion von der Summe einzelner Mündlichkeiten, der mittlerweile nicht einmal mehr das Ertönen menschlicher Stimme gemein ist.
  • Abzulehnen ist die These von der Wiederkehr der Mündlichkeit vor allem auch deshalb, weil sie eines übersieht: Dichtung ist nicht nur, was zwischen zwei schweinsledern gebundene Buchdeckel und auf die Bühne gebracht wird. Mündliche Dichtung vollzieht sich immer da, wo Menschen ihre Stimme erheben und dabei über den bloßen Austausch von Kenntnissen oder rituellen sprachlichen Handlungen hinausgehen. Insbesondere die in Deutschland vernachlässigte mündliche Dichtung der Kinder, die in England schon in den fünfziger Jahren mustergültig erforscht wurde, ist vom Auschluss betroffen.

Begriffsgeschichte

15. Jh.

Das Adjektiv mündlich ist Teil des deutschen Wortschatzes (DWB)

1628

In England ist erstmals der Ausdruck oral tradition

belegt.

1774

Der Ausdruck oral poetry erscheint in Wartons History of English Poetry.

1820

Theodor Heinsius definiert Mündlichkeit als den "Umstand, das etwas mündlich gesagt, versprochen" ist. Der Begriff bürgert sich besonders in der Rechtssprache ein, auch heute noch kennt das Verfahrensrecht den Mündlichkeitsgrundsatz. In der Rechtssprache wird im 19. Jh. das Adjektiv oral

üblich, (Oralgesetz), bald folgt die Medizin nach (orale Verabreichung).

1970 ff.

Oral poetry, die ältere Prägung mündliche Dichtung ersetzend, bürgert sich als Begriff auch in der deutschen Theoriebildung ein. Oralität erscheint als Lehnbildung zu engl. orality und frz. oralité.

1977

Im Duden ist die Bildung orale Tradition erstmals belegt.


Mündlichkeit in der postindustriellen Gesellschaft

  • Informationsgesellschaft: Idee des Global Village (Marshall McLuhan), informierte Gesellschaft, neue Kommunikationstechniken, Vision der vernetzten Gesellschaft (Teilhard de Chardin: Noosphäre)
  • Postindustrielle Gesellschaft: Werbung und Waren nicht mehr als Manipulationsversuch aufgefasst, sondern als Teil der eigenen (Pop-)Kultur (Generation Golf, Benjamin von Stuckrad-Barre)
  • Rezession: Druck auf den Einzelnen erhöht sich seit der Ölkrise der 70er; Umbau des Wohlfahrtsstaats: Flucht ins Spiel, Kunst als leistungsfreie Sphäre und Gegenwelt
  • Virtuelle Welten und vollendete Simulation der Wirklichkeit, Ununterscheidbar, was künstlich ist und was Natur: Suche nach Echtheit, die bis zum Dilettantismus reicht; das Schroffe, Rohe, Unvollendete, Unprofessionelle; Stimme als Garantie der Echtheit
  • Anonymisierung und Individualisierung: Suche nach Gemeinschaft: gemeinsame Rituale im Slam, Illusion des sanktionsfreien Raums, Hörbuch als Ersatz der stimmlichen Umwelt
  • Allverfügbarkeit der Güter und Dienstleistungen, Wohlstandsgesellschaft, Konsumorientierung: Suche nach Grenzen, bewusste Einschränkung der medialen Möglichkeiten (Hörbuch, Vorlesen). Versuch, Konsum und Produktion in der Dichtung wieder zusammenzuführen – der Slammer dichtet und rezipiert zugleich.
  • Pluralismus: Suche nach Orientierung: Rückkehr zu alten Werthaltungen (Social Beat). Gleichzeitig: Abbau von Hierarchien, niedrigere Schwellen
  • Globalisierung: Suche nach Zugehörigkeit: neue, selbst gewählte Heimat oder Erkundung der eigenen Herkunft (Stammbaumforschung)
  • Emotionalisierung: Suche nach Selbstausdruck: Stimme als Träger der Befindlichkeit
    Massenkultur: Suche Individualität: Stimme ist unverwechselbar
  • Auflösung des Ich, Angst vor Identitätsverlust, Löschung der Persönlichkeit: Suche nach Identität: Stimme als Rückversicherung, noch derselbe zu sein

Mündlichkeit und Schriftlichkeit im Vergleich

Schriftlichkeit Mündlichkeit
Schreiben Sprechen
Lesen Hören
dauerhaft flüchtig
paraphrastisch deiktisch
Phylogenetisch sekundär Phylogenetisch primär
Ontogenetisch sekundär Ontogenetisch primär
diskrete Einheiten kontinuierlich
Wiederholung der Lektüre Bitte um Wiederholung (wo möglich)
Direkt vergleichbar Nur bedingt zu vergleichen
Hypotaxe Parataxe, Parenthese, Doppelung, Satzpartikel
Einsamkeit Gruppe
Verzweigend linear
Wird erlernt Wird erworben
Körperlos Körperbetonend: Mimik, Gestik, Proxemik
Subjektiv (größte Anstrengung zur Erreichung eines selbstgesetzten Ziels) Dialektisch (Ergebnis wird bestimmt durch Interaktion)
Schaffung der Situation situationsgebunden
mittelbar, an Träger und Werkzeug gebunden Unmittelbar
frei von der Bindung an Sprecher (externe Speicherung) an Sprecher gebunden
Asynchron, zeitoffen Synchron, Gegenwartsbezug
Stellungsvarianten Fokussierende Intonation
Allein vom Schreiber bestimmt, monologisch Dialogischer Vollzug
Gültig und prestigehaft Eingeschränkte Gültigkeit, geringeres Prestige
Objektivierte Sprache Subjektives Sprechen
Unveränderlicher Text Anpassung an das Hier und Jetzt

Konzeptionelle Mündlichkeit, konzeptionelle Schriftlichkeit

Konzeptionelle Mündlichkeit Konzeptionelle Schriftlichkeit
Geringe Informationsdichte Hohe Informationsdichte: Beschreibung, Schilderung, Exkurs
Geringe Anzahl der Erzähler und handelnder Figuren Hohe Anzahl möglicher Erzähler und Figuren
weniger kompakt, eher ausschweifend und entfaltend kompakt, zusammenfassend
Struktur der Geschichte ist einfach: lineare Erzählweise Verwickelter, mehrsträngiger Erzählgang
Erzählung aus traditionellen Elementen nach einer Erzählschablone erzählt. Erzählen ist auf die Vermeidung schablonenhafter Elemente gerichtet
Einfache Syntax: Parataxe und Zeilenstil Hypotaxe und Hakenstil
Stereotype Lexik: Formeln, epitheta ornantia, Zwillingsformeln Neologismen, differenzierter Wortschatz
Vorausdeutung und Rückschau zur Unterstützung des Hörers Inhaltsverzeichnis und Index
Verwendung nicht-standardisierten Varietäten (Dialekt, Jargon) Verwendung normgemäßer Varietäten
Fragmentarisches und elliptisches Sprechen, Anakoluth Elaborierte Sätze
Verschleifung der Flexionsmorpheme, Elision, Aphärese, Synalöphe Funktionsverbgefüge
Vorrang des Verbalen vor dem Nominalen Nominalisierungen, Partizipialkonstruktionen, Gerundien
Geringer Anteil von Komposita und Adjektivattributen Hoher Anteil von Komposita und Adjektivattributen
Nicht normgemäßes Sprechen (Kasus-Endungen) Akkurate Erfüllung der grammatikalischen Vorgaben

Komponenten des mündlichen Vortrags

  • Pausierung: Signal – kein Signal
  • Stimmlage: hoch-tief
  • Modulation: steigend – fallend
  • Intonation: betont – unbetont
  • Klangfärbung: Emotionalität (traurig, wütend)
  • Geschwindigkeit: schnell – langsam
  • Lautstärke: laut – leise
  • Sequenzialität: Sprechverlauf ist linear!
  • Physikalische Effekte: spucken, ausatmen
  • Lage im Raum: Brustton, Oberton, Kehlkopf

Glossar Stimme

  • Aerodynamisches Paradoxon Paradoxon der Aerodynamik: durch schnell strömende Luft entsteht ein statischer Unterdruck.
    Alterstremolo Schwankung der Altersstimme infolge mangelnder Kontinuierlichkeit des Atemstroms und einer gestörten Steuerung des Kehlkopfs.
    Ammensprache auch: Mutterisch (engl. motherese) oder Babysprache (engl. baby-talk). Merkmale: übertriebene Sprachmelodie, überdeutliche Betonung der markanten Redeteile, höhere Stimmlage, langsames Sprechtempo, einfache Satzstrukturen, häufige Wiederholungen, Verwendung von Verkleinerungsformen und Babywörtern (Wauwau, Dada, Hamham).
    Amplitude Maß für die Auslenkung einer Schwingung.
    Aphonie Vollständiger Stimmverlust.
    Appoggio Bezeichnung für die Atemstütze in der Singatmung.
    Atemstütze Beherrschung der Atemmuskulatur beim Singen und Sprechen, um das bis zu einmütige Aushalten eines Tons zu ermöglichen.
    Bauchatmung Atmung, die vom Zwerchfall ausgeht: das Einatmen erfolgt durch Kontraktion des Zwerchfells, Ausatmen durch dessen Erschlaffung.
    Bauchreden Sprechen bei zurückgelegter Zunge und verengtem Kehlrachen, wobei Lippenbewegungen nicht oder kaum sichtbar sind; der Tonumfang der Bauchrednerstimme beträgt nur etwa eine Oktave. Die Phonation wird durch spezielle Bewegungen des Zwerchfells ermöglicht.
    Broca-Bereich Teil des Sprachzentrums im menschlichen Gehirn (linker Frontlappen): für die Erzeugung von Sprachlauten zuständig.
    Brustatmung Atmung, die von der Zwischenrippenmuskulatur ausgeht: Einatmen erfolgt durch die Anspannung der Zwischenrippenmuskulatur, Ausatmen durch deren Erschlaffung.
    Brustregister Im Brustraum gebildete Töne ähnlicher Klangfarbe.
    Bühnenflüstern Künstliches Flüstern mit zusätzlichen Klanganteilen.
    Counter-Tenor Ausgebaute Falsett-Stimme.
    Crescendo Stetes Lauterwerden im Gesang.
    Diaphragma Zwerchfell
    Durchsingen Überlastung der Stimme während des Stimmwechsels.
    Einregister Singen in einem einzigen Register.
    Elektronischer Kehlkopf Künstlicher, mechanischer Kehlkopf, der verständliche Sprachlaute erzeugt.
    Epiglottis Kehlkopfdeckel
    Falsett Dünne Männerstimme mit weiblicher Klangfarbe.
    Flageolett Ausgebaute dünne Frauenstimme, besonders von Koloratursängerinnen genutztes Register.
    Flüsterdreieck Dreiecksförmige Öffnung der Stimmritze beim Flüsstern.
    Flüstern Sprechen durch die unvollständig geschlossene Stimmritze.
    Formant Frequenz, bei der ein Stimmlippenton im Mundraum verstärkt wird.
    Frequenz Schwingungen pro Zeiteinheit.
    Geräusch Unperiodische Schwingungsform.
    Geräuschkomponenten Den Stimmklang ungünstig beeinflussende Geräuschbildung infolge aperiodischer Stimmlippenschwankungen (rau-gepresster Stimmklang) und des Entweichens unmodulierter Atemluft (verhauchter Stimmklang).
    Gleitton Glissando; Gesang bei gleichbleibender Lautstärke über den gesamten Stimmumfang.
    Glottis Stimmritze
    Greisendiskant Angebung der Männerstimme im Alter.
    Harmonische Schwingung Sinusschwingung; einfache periodische Schwingungsform, die nur aus einer Grundschwingung besteht.
    Hertz Maßeinheit für die Frequenz (1 Hz = 1 Schwingung pro Sekunde).
    Jodeln Gesangsform; schnelles und rhythmisches Wechseln zwischen Bruststimme und höheren Registern.
    Kastratengesang Gesang in Frauenstimmlage durch eigens ausgebildete Kastraten (Keimdrüsen wurden vor Einsetzen der Pubertät entfernt).
    Kehlkopfkatarrh Akute Entzündung des Kehlkopfs.
    Kehlkopfstroboskopie Bildgebendes Verfahren der Kehlkopfuntersuchung, die ein Zeitlupenbild der Stimmlippenschwingung erzeugt.
    Klang Tonmuster, das sich aus harmonischen Teiltönen zu einer periodischen Schwingungsform zusammensetzt.
    Kopfregister Im Kopfraum gebildete Töne ähnlicher Klangfarbe.
    Lallperiode Phase in der Stimmentwicklung, in der Säuglinge besonders melodisch schreien und rhythmische Silbenfolgen erzeugen.
    Laryngologie Kehlkopfheilkunde, ein Teilgebiet der Hals-Nasen-Ohrenheilkunde.
    Laryngoskopie Spiegeluntersuchung des Kehlkopfs.
    Logopädie Methodenlehre zur Diagnostik und Behandlung von Stimm- und Sprechstörungen.
    Modulierter Schrei Phase in der Stimmentwicklung (ab 4.-5. Woche), in der Säuglinge Tonhöhe, Lautstärke, Stimmeinsatz, Tonhöhen- und Lautstärkenverlauf variieren können. Weicher Stimmeinsatz: Zufriedenheit, harter Stimmeinsatz: Unzufriedenheit.
    Morgagni-Taschen Ausbuchtungen, die zwischen Stimmlippen und Taschenfalten liegen.
    Mutationsalter Alter, in dem bei Heranwachsenden der Stimmwechsel einsetzt (9.12. Lebensjahr).
    Mutationsfistelstimme Stimmlage über der Kinderstimme als Folge einer Störung der Stimmentwicklung.
    Mutationsstörung Störungen der Stimmentwicklung, die u. a. zum Ausbleiben oder zur Verzögerung des Stimmwechsels führen können.
    Obertonsingen Beim Gesang werden zwei deutlich unterscheidbare Töne gleichzeitig erzeugt, wobei die Bewegung der Stimmlippen durch eine Versteifung des Vokaltrakts verändert wird.
    Oesophagus Speiseröhre
    Periodizitätsanalyse Verfahren zur Diagnose von Stimmstörungen, besonders in der Heiserkeitsanalyse: Vergleich der Amplitude und Wellenform von Einzelschwingungen.
    Persistierende Knabenstimme Ausbleiben des Stimmwechsels über das 16. Lebensjahr hinaus.
    Perverse Mutation Vermännlichung der Mädchenstimme unter dem Einfluss männlicher Hormone, besonders bei Gabe von Anabolika.
    Phoniatrie Stimm- und Sprechheilkunde.
    Phonochirurgie Zweig der Chirurgie, der sich mit stimmverbessernden Maßnahmen befasst.
    Register Gesamtheit der Töne, die mit gleicher oder ähnlicher Klangfarbe gesungen werden. Man unterscheidet: Kopf- und Brustregister.
    Registerausgleich Gesangstechnik, die das Umkippen vom Brust- in das Kopfregister verhindern soll.
    Registerbruch Merklicher Wechsel zwischen zwei Registern.
    Residualluft Luft, die nach dem Ausatmen in den Lungen verbleibt.
    Ruheatmung Atmung im Ruhezustand: Einatmen und Ausatmen in regelmäßigem Wechsel, 16 Atemzüge pro Minute.
    Schnappatmung Atemfehler: fortwährend tieferes Einatmen infolge mangelnder Atemkoordination führt zum Schnappen nach Luft.
    Schreiperiode Phase in der Stimmentwicklung (erste Wochen nach der Geburt): das Neugeborene schreit bei Schmerz oder Einnässen; Veränderungen und Abweichungen im Stimmspektrum deuten auf Erkrankungen hin.
    Schwellton Messa di voce; allmähliche Zu- und Abnahme der Stimmlautstärke von der leisen Stufe (piano) zur lauten Stufe (forte) und wieder zurück.
    Silbo Gomero Pfeifsprache auf der kanarischen Insel La Gomera.
    Sonagraphie Herstellung eines Stimmabdrucks durch Zerlegung des Schallsignals der Stimme in seine Teiltöne und Geräuschanteile.
    Speiseröhrenstimme Stimme nach Verlust des Kehlkopfs, die durch Ausstoßen von Luft mittels der Speiseröhre erzeugt wird.
    Sprech- und Singatmung Atmung zur Ermöglichung des Sprechens und Singens: stärkere Einatmung, Einatmungsmuskeln stützen die Atmung (Atemstütze, Appoggio), Weitung des Brustkorbs durch Ausatemmuskeln.
    Stimmbruch Stimme kippt unkontrolliert zwischen Erwachsenenstimme und Kinderstimme hin und her.
    Stimmgattungen Tonlagen der menschlichen Stimme im Gesang: Sopran, Mezzosopran, Alt, Tenor, Bariton, Bass.
    Stimmlippenknötchen Polypen am Stimmband, v. a. im Kindesalter (5-8 Jahre: Schreiknötchen) und bei erwachsenen Frauen (ab 35. Lebensjahr: Sängerknötchen).
    Stimmprothese Plastikventil zwischen Luft- und Speiseröhre zur Stimmbildung, besonders nach Operationen.
    Stimmwechsel Entwicklungsbedingte Änderung der Stimmlage eines Menschen in der Pubertät. Beim Knaben erfolgt der Stimmwechsel nach Ausschüttung des Geschlechtshormons Testosteron und ist bedingt durch den Wachstum des Kehlkopfs (besonders des Schildknorpels) und das Dickenwachstum der Stimmlippen. Merkmale: heisere, brüchige, instabile und leistungsmäßig eingeschränkte Stimme, Auftreten des Stimmbruchs.
    Strohbassregister Unterstes Register der Männerstimme mit sehr tiefen Tönen.
    Trachea Luftröhre
    Unvollständige Mutation Unvollständiges Absinken der Stimmlage. Entwicklungsabnormität, die beim Mann zu einer Stimmlage zwischen Männer- und Frauenstimme führt (150-200 Hertz).
    Urschrei Erster Schrei des Säuglings (Tonhöhe zwischen 400 und 450 Hertz).
    Verschreien Überbeanspruchung der Stimme eines Säuglings durch fortdauerndes Schreien.
    Vibrato Schwankung der Tonhöhe, der Lautstärke oder Klangfarbe um einen Mittelwert.
    Vokaltrakt Raum der menschlichen Stimmerzeugung: Stimmritze, Morgagni-Tasche, Rachenraum (Kehlrachen, Mundrachenraum, Nasenrachenraum, Mundhöhle)

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