Winnender Stadtgeschichte: Chronik

Winnender Frühgeschichte

-1000000

Altsteinzeit: In der Flur „Ebene“, 750m südlich von Breuningsweiler, sind erstmals Menschen nachweisbar.

-12000

Mittelsteinzeit: Regelmäßige Gegenwart von nomadisierenden Jägern und Sammlern: Die Mittelsteinzeit ist durch folgende Funde bezeigt: Gießübel, an der Hangkante zum Tal; Klingenbruchstück --- Haselstein: Schrägklingenende und Abschläge --- Flur Ebene bei Breuningsweiler: zahlreiche Funde: Steinbeile, Kratzer, Pfeilspitzen, retuschierte Klingen --- Breuningsweiler, Richtung Buoch: 600m südöstlich vom Ort: mittelsteinzeitliche Spuren --- Berglen, Stöckenhof – nördlich, westlich und in der Flur Sündle: Schaber, Klingen, Kratzer, Stichel, Bohrer, Abschläge, Pfeilspitzen.

-5600

Jungsteinzeit: Buoch, Äcker: lorbeerblattartiger Schaber --- Berglen, Stöckenhof: Pfeilspitze

-5000

Burckhardtshof: Siedkungsplatz der Spiralkeramik, mit Funden von Steinbeilfragmenten, Kratzern, Keramik mit Ritzverzierung, unweit davon: jungsteinzeitliche Wohngrube

-4500

Bei Hertmannsweiler entsteht ein steinzeitliches Dorf der Rössener Kulturstufe.

Winnenden im Mittelalter

850

Auf Winnender Germarkung werden einer Hypothese zufolge kriegsgefangene Wenden angesiedelt und christianisiert.

1016

Winnenden geht möglicherweise aus dem Besitz des Herzogs Ernst I. von Schwaben als Mitgift seiner Tochter Gisela an den damaligen Grafen Konrad über.

1025

Der Salierkaiser überträgt Backnang als „predium“ an einen Grafen Mangold – Winnenden könnte Teil dieses Besitzes gewesen sein.

1027

Der im Backnanger Nekrolog als Hesso der Gute bezeichnete Adelige gelangt wohl in den Besitz Winnendens, vielleicht durch Heirat mit einer Gisela von Backnang.

1040c

Hesso I. hinterlässt seine Herrschaft seinem Sohn, Hesso II.

1067

In einer Urkunde des Bischofs von Augsburg wird Hesso mit seinem Sohn erwähnt, möglicherweise Hesso III.

1100c

Die Hessonen übertragen die Herrschaft über den Raum Winnenden wohl den Herren von Wolfsölden, deren erster ein durch eine Schenkungsurkunde ans Kloster Hirsau bekannte Sigehard gewesen sein dürfte..

1138

Ein Gottfried von Wolfsölden ist bezeugt, dessen Besitz wohl an seinen Bruder Gerhard von Schauenburg übergeht.

1181

25.5.: Winnenden (im Grunde: Bürg) wird in einer Urkunde Friedrichs I. erstmals erwähnt: als Besitz Gottfrieds von Winnenden, der mit einer Tochter Mangolds von Rohrdorf verheiratet war. Dessen Tochter Adelheid heiratet Heinrich d. Ä. von Neuffen.

1210

Bürg wird als „castrum Winidum“ erstmals urkundlich erwähnt.

1211

Heinrich von Neuffen erhält von Kaiser Friedrich II. das Privileg zur Gründung einer Stadt: Winnenden. Von ihm geht die Burg an Heinrich d. J. über.

1212

Winnenden erlangt Marktgerechtigkeit.

1228

Heinrich d. J. ist erstmals bezeugt.

1272

Der Orth Gunthersweiler zwischen Leutenbach und Weiler wird an das Spital Esslingen verkauft.

1278

12.12.: Bertold beurkundet eine Stiftung seines Bruders Albert an das Kloster Sirnau. Gestiftet wird das abgegangene Gehöft Brackelsberg.

1279

1.8.: Böscho de Winedin wird urkundlich als Zeuge Berthold von Neuffens und Richenzas von Löwenstein erwähnt, in einer Schenkung an das Nonnenkloster Wald.

1280

In einer Urkunde des Klosters Salem wird das Amt eines Schenken zu Winnenden erwähnt, besetzt zunächst mit Rudolf und Konrad.

1284

21.3.: Bertold überträgt Hertmannsweiler und Leutenbach an das Erzbistum Speyer.

1288

1.5.: Der Deutsche Orden kommt durch eine Schenkung Berthold von Neuffens und seiner Frau Richenza zu Grundbesitz im Raum Winnenden. Damit verbunden sind die Rechte auf Einsetzung der Ortsgeistlichen und die Erhebung des Zehnten.

1290

11.7.: Bertold wird zum letzten Mal erwähnt. Sein Besitz geht wohl an seine Schwester Luitgard über, die Konrad von Weinsberg heiratet.

1291

Die Deutschordenskommende Winnenden ist erstmals bezeugt.

1292

11.9.: Johann von Bachenstein wird Komtur in Winnental.

1293

22.7.: Breuningsweiler wird als „Bruningswiler“ erstmals urkundlich erwähnt, in einem Schutzvertrag des Kloster Lorchs mit Graf Eberhard.

1299

Luitgard stirbt.

1301

Kopnrad von Weinsberg verkauft seine Besitzungen um Neuffen an Eberhard den Erlauchten (den III.).

1304

Birkmansweiler wird als „Berkamswiler“ erstmals urkundlich erwähnt.

1310

In einem von Konrad eingeleiteten Reichskrieg gegen die Württemberger wird die Winnender Burg möglicherweise in Mitleidenschaft gezogen.

1323

Konrad von Weinsberg verpfändet Winnenden an Graf Ulrich III. von Wirtemberg.

Winnenden als Teil der Grafschaft Wirtemberg

1325

10.10.: Ulrich III. von Wirttemberg erwirbt Winnenden.

1346

In Winnenden amtiert ein Vogt namens Heinrich.

1351

Albert Flunt ist Schultheiß von Winnenden.

1357

Baach wird erstmals erwähnt.

1396

Meinhart Flunt ist Schultheiß von Winnenden.

1418

Reichserbkämmerer Konrad von Weinsberg beauftragt Claus von Seinsheim und Kelner von Lenzberg mit der Einziehung einer Judensteuer. Er erwähnt auch Winnenden.

1426

Hanweiler wird als „Heinwiler“ erstmals urkundlich erwähnt. --- Johann von Sachsenheim wird Komtur des Deutschen Ordens.

1433

Mya Schenkin von Winnenden heiratet Johann Truchsess von Höfingen.

1441

Ulrich von Wirtemberg verpfändet Stadt und Amt Winnenden an Anselm von Iberg.

1442

Der Degenhof wird erstmals urkundlich erwähnt. --- Die Herren von Iberg erwerben den Buchenbach-Hof. --- Winnenden geht an Margerethe, die Frau Ulrichs.

1444

Als „Hertmannswiller“ wird Hertmannsweiler erstmals erwähnt. --- Burkhard von Westerstetten wird Komtur.

1447

Stephan von Hoggingen wird Komtur in Winnental.

1464

Der Wald am Trombach-Hang Hanweilers wird gerodet und für den Weinbau bestellt.

1468

Jakob Schenk von Winnenden begleitet Graf Eberhard im Bart auf dessen Palästinareise.

1475

Georg (o. Jörg) von Wollmershausen wird Komtur.

1477

30.6.: Komtur Jörg von Wollmershausen überträgt Güter im Gebiet des heutigen Hanweiler an Hans Grattwol, Jakob Freibeck und Hans Lump.

1480

Georg (o. Jörg) Truchsess von Waldeck wird Komtur in Winnental.

1482

Der Komtur des Deutschen Ordens, Jörg von Waldeck, verkauft das „Deutsche Haus“ in der Stadt an Reinhard von Gärtringen.

1485

22.4.: Im Stuttgarter Vertrag zwischen Eberhard V. und Eberhard VI. geht Winnenden an letzteren.

1487

Burkard Schenk von Winnenden verliert sein Lehen.

1488

Eberhard VI. von Württemberg erwirbt das „Deutsche Haus“.

1494

Paul Wild amtiert als Winnender Vogt.

Winnenden als Teil des Herzogtums (1495-1805)

Winnenden im 16. Jahrhundert

1500

Hans Rau von Winnenden erwirbt aus dem Erbe seines Schwiegervaters Wilhelm von Höfingen Anteile von Oberndorf und Poltringen.

1503

Laux Schütz ist Stadtvogt in Winnenden.

1514

Heinrich Gaißberg ist Winnender Stadtvogt.

1515

German von Emershausen ist Winnender Vogt. --- Heinrich von Neuneck wird Komtur.

1516

Jakob von Bernhausen ist Vogt über Winnenden.

1519

7.4.: Das unter dem Einfluss des Armen Konrad stehende Winnenden ergibt sich dem Schwäbischen Städtebund.

1520

Eine unbekannte Werkstatt schafft im Auftrag des Komturs Heinrich von Neunecks das Retabel des Hochaltars von St. Jakob, möglicherweise unter Mitwirkung Jörg Töbers und Veit Wagners. --- 15.3.: Winnenden huldigt Herzogin Sabina.

1521

Jakob Fritz ist Stadtvogt in Winnenden.

1525

Wolfgang Rau von Winnenden, Schlossherr von Helfenberg, wird von aufständischen Bauern getötet.

1528

Der Deutsche Orden hält in Winnenden sein Kapitel der Ballei Franken ab.

1530

Martin Faist ist Stadtvogt in Winnenden.

1532

25.11.: In Großbottwar wird die aus Hertmannsweiler stammende Hebamme Gertrud als Hexe hingerichtet.

1536

Bernhard Frieß ist Stadtvogt.

1537

Im Beginenhaus außerhalb der Stadtmauern wird eine Schule eingerichtet. --- Arsatius Seehofer wird Winnendens erster evangelischer Pfarrer.

1538

Beim Bau der Landesfestung Tübingen wird Material der abgebrochenen Burg in Bürg verwendet.

1540

Die Winnender Beginen werden ins Schorndorfer Terziarinnenhaus eingewiesen. --- Der Jakobusaltar wird abgebaut.

1541

13.12.: Komtur Heinrich von Neuneck stirbt.

1542

Ein Brief Martin Grüningers an den Herzog belegt die Tätigkeit eines Schulmeisters in Winnenden. --- Ludwig Spingler wird Stadtvogt. --- Sigmund Stettner von Holdermannstetten wird Komtur.

1544

Jörg von Bernhausen lässt die Buchenbach-Kelter bauen. --- Jacobus Epp wird Schulmeister und Diakon in Winnenden.

1545

Johann von Bellersheim wird Komtur.

1549

Auf kaiserliche Weisung wird der Jakobsaltar wiederaufgebaut.

1550

21.12.: Der spätere Theologe und Luther-Nachfolger Ägidius Hunn kommt in Winnenden zur Welt.

1552

18.3.: Polykarp Lyser der Ältere wird in Winnenden geboren.

1553

Nicolaus Grötzinger wird Präzeptor (Lehrer) in Winnenden.

1554

16.10.: Johann Georg Sigwart, späterer Rektor der Universität Tübingen, wird in Winnenden geboren.

1557

Jacob Maier wird Schulmeister in Winnenden.

1559

Bernhard Frieß ist Vogt in Winnenden.

1562

Jörg von Bellersheim lässt in Hanweiler eine Kelter bauen.

1566

14.11.: Der spätere Hofprediger Erasmus Grüninger kommt in Winnenden zur Welt. --- Christoph von Dachroden wird Komtur (bis 1573).

1569

Ein Winnender Lagerbuch erwähnt ein Bader namens Hanns Jüdler, der „vorm Mihltor, Vnderm See“ wohne.

1577

David Pistorius kommt in Winnenden zur Welt.

1578

Der See vor dem Mühltor (eine Aufstauung des Buchenbachs) wird trockengelegt. --- Heinrich Renz wird Pfarrer in Winnenden.

1579

Das Heiligenhaus (am Ort des heutigen Bengelhauses) dient als Schulgebäude und Behausung des Schulmeisters.

1584

Melchior Jäger von Gärtringen erwirbt den Buchenbachhof.

1587

Hans Jakob Breuning erwirbt den Buchenbachhof. --- Johann Cuno von Hohenegg ist Komtur.

1591

Johann von Reinstein wird Komtur (bis 1600).

1595

Adolf Heninger ist Winnender Stadtvogt.

Winnenden im 17. Jahrhundert

1600

Hans Philipp Zweyffel wird Stadtvogt (bis 1612).

1602

Johann von Gleichen wird Komtur.

1603

In Hertmannsweiler wird das Lagerbuch von St. Bartholomäus begonnen.

1605

David Pistorius veröffentlicht seine lateinische Stadtchronik.

1607

Die Pest bricht in Winnenden aus.

1608

6.2.: Komtur Johann von Gleichen stirbt und wird in der Schlosskirche beigesetzt.

1609

Wolf Erhard von Muggenthal wird Komtur.

1610

Peter Frech wird Schulmeister in Winnenden (bis 1625). --- Elias Zeitter wird Pfarrer in Winnenden.

1611

Bernhard Wilhelm von Schwalbach wird Komtur in Winnenthal. Als „Grimmiger Kommenthur“ geht er in die Ortsgeschichte ein. 

1612

Es kommt zu Konflikten zwischen Hans Jakob Breuning von Buchenbach und den Bauern von Bretzenacker und Rettersburg. --- Ludolf Jakob von Landenberg wird Komtur.

1613

Hans Jakob Breuning von Buchenbach wird Obervogt von Winnenden.

1616

Eine Seuche rafft ungefähr die Hälfte der Winnender Bevölkerung dahin.

1617

Georg Wieland wird Stadtpfarrer (bis 17634).

1619

Der Torturm wird mit der Jahreszahl versehen.

1620

Johann Hagenbach wird Stadtvogt (bis 1638).

1626

In Winnenden bricht erneut die Pest aus. 515 Menschen sterben.

1628

Maria Schneider, die Frau des Winnender Bürgermeisters, wird auf dem Hochgericht an der Straße nach Affalterbach lebendig verbrannt.

1629

Johann Konrad von Lichtenstein ist Komtur.

1630

Peter Braunhardt wird Schulmeister in Winnenden (bis 1643).

1631

1.7.: Mit der Ankunft kaiserlicher Truppen erreicht der Dreißigjährige Krieg Winnenden. Hunger und Krankheiten fordern einen hohen Zoll.

1634

Die Belagerung von Schorndorf zieht auch Winnendens Umgebung in Mitleidenschaft.

1635

Georg Pfleiderer wird Schultheiß von Winnenden (bis 1652).

1636

Johann Jakob von Daun wird Komtur.

1638

Hans Wilhelm Rutthardt wird Stadtvogt (seit 1657 Stadtvogt in Waiblingen). --- Winnenden wird geplündert. --- Rudolf Wigulejus Hund von Lauterbach wird Komtur.

1639

Der Stadtpfarrer Zacharias Greims und andere Winnender fallen Seuchen zum Opfer.

1643

Winnenden wird erneut geplündert, diesmal von schwedischen Truppen.

1644

Johann Adam Lösch von Hilfershausen wird Komtur.

1645

Das Hauptquartier der bayerischen Armee unter General Mercy wird nach Winnenden verlegt.

1655

Johann Bernhard von Elfershausen wird Komtur.

1657

Ägidius Georg Agricola wird Stadtvogt (zuvor geistlicher Verwalter, gest. 8.12.1669). --- Johann Ludwig von Goggenbach ist Komtur.

1658

Liberius Christian von Pfarr wird Komtur (bis 1665).

1659

Johann Leonhard von Breitschwerdt erwirbt den Buchenbachhof.

1660

Joseph Sick aus Altensteig wird Schulmeister in Winnenden.

1665

29.9.: Der Deutsche Orden verkauft Schloss Winnenthal an das Haus Württemberg. Herzog Eberhard III. weist es seinem zweiten Sohn, Herzog Friedrich Karl, als Wohnsitz zu.

1668

Friedrich Moser von Filseck ist Vogt über Winnenden.

1670

Johann Heinrich Pistorius, zuvor Vogt in Steußlingen, wird Winnender Stadtvogt (gest. 1680).

1678

Der Monumentalbrunnen im Schlossgarten wird errichtet.

1680

Johann Wilhelm Ostertag, zuvor Schreiber, wird Stadtvogt (seit 31.5.1687 geistl. Verwalter am Göppinger Stift).

1681

Johann Albrecht Bengel, der Vater Albrecht Bengels, wird in Winnenden Helfer (zweiter Pfarrer). --- Georg Valentin Windeisen wird Schulmeister in Winnenden (bis 1687).

1684

Die Bauarbeiten zur Umgestaltung des Schlosses beginnen. Das Corps de Logis (Mittelbau) und der Ostflügel (Cavaliersbau) werden errichtet. --- Georg Hegel wird Pfarrer in Winnenden.

1687

24.6.: Albrecht Bengel kommt in Winnenden zur Welt. --- Johann Christoph Hopfenstock, zuvor an der Kellerei zu Münsingen, wird Stadtvogt.

1688

Französische Truppen plündern Winnenden im pfälzischen Erbfolgekrieg.

1690

Jakob Hopfenstock wird Stadtvogt.

1692

Ein Kirchenvisitationsbericht vermerkt, dass Lateinschüler in einer getrennten Klasse unterrichtet würden, wobei der Orbis Pictus von Comenius zum Einsatz komme.

1693

25.7.: Französische Truppen äschern Winnenden ein. 251 Häuser brennen ab, unter anderem die Kapelle am Ort der heutigen Stadtkirche und das Beginenhaus beim Schloss, Winnendens erste Schule. Im selben Zug wird Hertmannsweiler geplündert. --- Johann Albrecht Bengel stirbt. --- 17.9.: Das Stadtgerichtsprotokoll ist das erste Dokument, das nach dem Stadtbrand wieder entsteht.

1696

Herzog Friedrich Carl bezieht das renovierte Schloss.

1697

Johann Friedrich Pistorius, zuvor Vogt in Blaubeuren, wird Stadtvogt. --- 11.12.: Der spätere Baumeister Johann Adam Groß d. Ä. kommt in Winnenden zur Welt. --- In einem Winnender Lagerbuch wird erstmals ein Weinberg in der Flur Judenkirchhof erwähnt. Die Bezeichnung taucht 1701 und 1720 erneut auf.

1698

Der Turm der Stadtkirche wird fertiggestellt. --- 20.12.: Friedrich Carl stirbt.

Winnenden im 18. Jahrhundert

1707

Französische Truppen nehmen in Winnenden Quartier.

1708

Der Torturm erhält zu seinem mittelalterlichen Fundament einen Fachwerkaufbau.

1709

Johannes Pistorius wird Stadtvogt.

1712

Juliane Markgräfin von Ansbach-Brandenburg, die Witwe Friedrich Carls, verzieht nach Ansbach.

1713

Nach dreijähriger Bauzeit wird das Kirchenschiff der Stadtkirche fertiggestellt.

1720

Hans Michel Groß baut ein Schulhaus, das heutige Albrecht-Bengel-Haus.

1728

Prinz Karl Alexander von Wirtemberg gelangt in den Besitz des Buchenbachhofs. --- 27.9.: Johann Adam Groß d. J. kommt in Winnenden zur Welt.

1729

Unter der Leitung von Johann Adam Groß d. Ä. wird das Haus Mültorstraße 10 erbaut (im Erdgeschoss heute: eine Änderungsschneiderei)

1730

Unter der Bauleitung von Johann Adam Groß d. Ä. wird das Storchenhaus mit einer neuen Fassade versehen.

1733

Der Maurer und Steinhauer Johann Michael Groß und der Zimmermann Johann Jakob Geigis errichten die Hertmannsweilermer Kirche St. Bartholomäus. --- Das Mops-Epitaph bei der Schlosskirche wird aufgestellt. --- Durch Herzog Carl Alexander gelangt die Winnentaler Linie an die württembergische Regierung.

1734

27.9.: Prinz Heinrich Friedrich von Württemberg stirbt.

1736

18.12.: In einem Duell tötet nach einem Wirtshausstreit in Winnenden ein Fähnrich von Bock einen Leutnant von Westerstetten.

1738

Die Schlosskirche erhält bei einem Umbau die heutige Stuckdecke. --- Die Schlosshofmeisterei von Winnental nimmt einen Umbau der Hanweiler Kelter vor.

1739

Die Wasserversorgung des Schlosses wird durch eine bei Bitrkmannsweiler gefasste Quelle gesichert.

1741

2.6.: Ein Soldat namens Leonhard Fink wird am Hochgericht wegen „Sodomiterei“ (praktizierter Homosexualität) enthauptet.

1742

Als Wohnhaus des Architekten Johann Adam Groß d. Ä. wird das Haus Marktstraße 42 errichtet. --- Johann Christof Bilhuber ist Pfarrer in Winnenden. --- Johann Ernst Pistorius wird Stadtvogt.

1743

17.7.: Französische Truppen rücken in Winnenden ein.

1749

Jakob Kapf ist Pfarrer in Winnenden.

1750

Johann Jakob Hauber wird Pfarrer in Winnenden (bis 1774).

1758

Johann Christoph Laiblin wird Stadtvogt.

1759

Die Bäckerinnung stiftet eine reich ornamentierte Zunftlade.

1774

Georg Christoph Scharfenstein, zuvor Helfer in Backnang, wird Pfarrer in Winnenden. 

1778

Als Glockenturm für Höfen wird der Eckehardt-Turm erbaut. --- Johann Philipp Daniel wird Stadtvogt. --- Winnenden schafft eine große Feuerspritze an.

1783

Winnendens Zünfte stiften ein reich geschmücktes Innungsschild (1883 restauriert).

1784

Der frühere Hedelfinger Pfarrer Christoph Erhard Hartmann wird Pfarrer in Winnenden.

1789

Christoph Schott wird Stadtvogt.

1793

Der vormalige Vaihinger Oberamtmann Roser wird Stadtvogt. --- 1.6.: Der Torturm erhält einen Blitzableiter.

1795

Sophie Albertine, die Witwe Herzog Ludwig Eugens von Württemberg, bezieht Schloss Winnental als Witwensitz.

1796

Französische Truppen unter General Delmas ziehen durch Winnenden. Die Kanonade von Korb wird vorbereitet.

1797

Der vormals in Jesingen wirkende Pfarrer Imanuel Gottlieb Faber kommt nach Winnenden.

1800

Der französische General Lacoste verlegt sein Quartier nach Winnenden.

1801

20.8.: Eduard von Kausler, später Historiker, kommt in Winnenden zur Welt.

1803

30.4.: Winnenden feiert die Erhebung Württembergs zum Kurfürstentum.

Winnenden im Königreich Württemberg

1807

Aus der Schlosshofmeisterei, der Kellerei und der geistlichen Verwaltung entsteht das Königliche Hofkameralamt. --- 10.5.: Sophie Albertine stirbt in Winnental.

1808

Nach der Errichtung des Königreichs Württemberg werden das Oberamt Winnenden und das Stabsamt Winnenthal aufgelöst. --- König Friedrich I. erlässt eine Feuerlöschordnung, die Bürger von 18 bis 60 zur Feuerbekämpfung verpflichtet. Es umfasste auch eine Meldepflicht für Brände. Bei entfernten Bränden wurden Feuerreiter eingesetzt. Das waren oft Metzger, die Pferde besaßen und auch Postdienste verrichteten. Für 300 Gulden werden neue Feuerlöscheimer beschafft.

1810

Mit dem Landfüsilier Voderer und dem Gendarmen Winkle sind erstmals Mitglieder des von Friedrich I. neu bestellten Landdragonerkorps in Winnenden nachweisbar: Winnenden erhält eine Polizei.

1811

27.1.: Christian Palmer kommt in Winnenden zur Welt.

1813

Schloss Winnental wird Reitergarnison (bis 1816) und beherbergt das Kavallerie-Regiment Nr. 3 Jäger Herzog Louis. Auch russische Soldaten sind auf der Durchreise. --- Heinrich Mohr wird Diakon in Winnenden.

1815

Bürg wird eine eigenständige Gemeinde des Oberamts Waiblingen. --- Johannes Forstenhäusler ist als berittener Gendarm in Winnenden stationiert.

1816

Das Schloss wird der Hofdomänenkammer zugewiesen und mit Beamten der Hofkammer belegt. --- 19.1.: Der Schwaikheimer Bürger Jakob Leibfriz erlöst angeblich den Geist vom Teufelsbrunnen (heute Naturschutzgebiet, in der Nähe der Kläranlage am Zipfelbach). --- Johann Georg Bührer und ein weiterer Gendarm namens Harms sind in Winnenden stationiert.

1817

Die Gendarmen Rebmann und Johann Georg Retter versehen ihren Dienst in Winnenden. --- Das Oberamt fordert den Winnender Gemeinderat zur Anschaffung neuer Löscheimer auf.

1818

Matthias Mattes ist Gendarm in Winnenden.

1819

Das Stadtoberhaupt erhält den Titel „Stadtschultheiß“.

1822

Jakob Friedrich Heim gründet einen Verein zur Pflege verwahrloster Kinder – die heutige Paulinenpflege.

1823

7.8.: Mit elf Kindern wird das „Rettungshaus“ der Paulinenpflege eröffnet. --- Als Sturmläuter für Winnenden werden Heinrich Nikum und Adam Friedel erwähnt: Sie müssen vom Turm der Stadtkirche aus die Sturmglocke schlagen, sollte eine Brandmeldung (etwa vom Hochwächter) eingehen.

1824

Auf dem Anwesen des Schönfärbers Hägele am Buchenbach wird ein artesischer Brunnen ergraben, der ein Mineralbad speist (bis ca. 1850).

1826

24.10.: Der spätere Oberregierungspräsident Friedrich von Krauß, der Sohn des Rosenwirts, kommt in Winnenden zur Welt. --- Georg Friedrich Hauff ist Landjäger in Winnenden.

1827

17.11.: Der spätere Missionar Johann Gottlieb Christaller kommt in Winnenden zur Welt. --- Peter Förstel ist Landjäger in Winnenden.

1828

14.9.: Josef Ignaz Bauer wird Landjäger in Winnenden (bis 16.10.1836).

1829

Tübingen scheitert bei der Bewerbung um die neue psychiatrische Einrichtung des Königreichs Württemberg. Obermedizinalrat Köstlin schlägt Winnental in einem Gutachten als Standort für die Irrenanstalt vor.

1830

Das Obere Tor (am Viehmarktplatz) wird abgebrochen. --- 6.8.: Die Buchenbach-Kelter fällt einem Blitzschlag zum Opfer.

1831

Gottlob Müller hält den ersten methodistischen Gottesdienst Winnendens. Der Gebetssaal liegt in der Mühltorstraße. --- 6.7.: Albert Zeller wird zum Anstaltsarzt ernannt.

1833

3.8.: Albert Zeller zieht in Winnental ein. Mit seiner Frau Marie (geb. Reimer) und den Kindern Ernst und Anna bewohnt er eine Wohnung im Schloss. Unterstützung erhält er von seinem Tübinger Studienkollegen, Dr. Christian Binder, dem Pfarrer Hoffmann und dem Wundarzt Burger (als Oberwärter).

1834

Die Heilanstalt im Schloss Winnenthal wird eröffnet. --- Winnenden hat 3111 Enwohner.

1835

3.8.: Dr. Ernst Albert Zeller wird Direktor der Heilanstalt (bis 23.12.1877). --- Hermann Kurz kommt nach Winnenden. --- Das Oberamt in Waiblingen verlangt von Winnenden die Anschaffung von zwölf Feuerbutten.

1836

16.10.: Chr. Friedrich Kißling wird wird Landjäger in Winnenden (bis 30.4.1845).

1837

Der Winnender Schützenverein wird gegründet. Erster Vorstand ist Friedrich Wölfing.

1839

21.7.: Der spätere Landschaftsmaler Hermann Julius Kornbeck kommt in Winnenden zur Welt (Geburtshaus: Marktstraße 81). --- 3.10.: Drei von Gottlob Müller an Theodor Fliedners „Mutterhaus“ nach Kaiserwerth bei Düsseldorf entsandte Damen werden als Diakonissen eingesegnet: Marie Schäfer aus Leutenbach, Elisabeth Schäfer aus Hanweiler und Katharina Beutel aus Bretzenacker.

1840

20.2.: Wilhelm Griesinger wird Assistenzarzt bei Zeller (bis 27.12.1841). --- Stadtpfarrer Jakob Philipp Heim setzt sich für einen Ausbau des örtlichen Schulwesens ein.

1841

Als Rottenführer zur Brandbekämpfung werden der Seifensieder Immanuel Heinrich Enslin und der Rotgerbermeister Friedrich Bunz gewählt. Der Feuerwagen wird neben dem Leichenwagen im Stadtmagazin aufgestellt (Rathaus), die große Landspritze steht in der Schule (Albrecht-Bengel-Haus).

1842

Baach erhält sein Schul- und Rathaus. --- Stadtpfarrer Wirth regt die Gründung eines Kindergartens nach Waiblinger Vorbild an. --- In Winnenden ist erstmals eine Rettungsmannschaft bezeugt, die bei Bränden bewegliches Mobiliar aus den Häusern birgt. Ihr „Director“ ist der Stadtrat und Apotheker Friedrich Wölfing. --- 29.7.: Die beiden Häuser des Bäckers Matthäus Fischer brennen ab.

1843

Winnenden hat 3396 Einwohner.

1844

1.5.: Bei einem Brand in Backnang rückt die Winnender Löschmannschaft unvollständig an, weil Stadttambour Bestle die Trommel nicht weisungsgemäßg geschlagen hat. --- 22.10.: Nikolaus Lenau (d. i. Nikolaus Niembsch Edler zu Strehlenau) wird als Patient in Winnenthal aufgenommen (bis 12.5.1847, Diagnose: Tollheit).

1845

An der Ecke Wallstraße / Schlossstraße wird ein Schulgebäude für die Latein- und Realschule gebaut (Alte Oberschule). Die Schlosstraße wird bis zum Schloss erweitert.

1846

Durch eine Abgrabung wird die Steigung am Gasthof „Krone“ beseitigt. --- 27.7.: Michael Staudenmaier wird Landjäger in Winnenden (bis 16.3.1860). --- Bei Rotgerber David Schlehner kommt es zum Brand.

1847

24.3.: Im Schafhaus bricht ein Band aus. --- 7.9.: Beim Oberamt in der Schlossgasse brennt es. --- 14.9.: Bei Gerber Schlehner brennt es erneut.

1848

Winnenden erhält nach freien und allgemeinen Wahlen einen Verwaltungsrat. --- Der erste Winnender Turnverein wird gegründet. --- 1.10.: Das Winnender Volks- und Anzeigenblatt wird gegründet und von Friedrich Fetzer gedruckt. --- 25.-26.6.: Einem Großbrand im Viertel hinter dem Rathaus fallen elf Häuser und vier Scheunen zum Opfer. --- Immanuel Heinrich Enslin wird zum Kommandanten der Bürgerwehr gewählt. Als Leutnants der Bürgerwehr werden Zimmermeister Wilhelm Cleß, sein Sohn Christian Cleß und Stadtrat Louis Seeger erwähnt. --- Das Amt des Stadttambours wird an den Spielmann Jacob Benz übertragen, der im Turm wohnt. --- 14.-15.11.: Im alten Helferhaus brennt es.

1849

Gelder aus einer Stuttgarter Privatstiftung übergibt der zweite Pfarrer Winnendens, Joseph Josenhans, dem Diakonatsverweser Carl Johann Friedrich Lechler, der mit anderen Honoratioren die Gründung einer Kleinkinderschule – eines Kindergartens – in Angriff nimmt. Prinzessin Marie Friederike Charlotte von Württemberg unterstützt die Gründung finanziell, die im ersten Stock des Hauses des Schneiders David Jäger in der Wallstraße 10 angesiedelt ist. --- In der Scheuer des Stadtpflegers Schwarz brennt es.

1850

Winnendens freiwillige Feuerwehr wird gegründet. --- 3.4.-1.5.: Der Psychiater Ludwig Binswanger besucht die Heilanstalt. --- Stadtpfarrer Ulrich Wirth gibt unter dem Titel Geschichte der Stadt Winnenden und der umliegenden Ortschaften nach M. D. Pistorius die Chronik des David Pistorius von 1605 neu heraus. --- Der württembergische Wohltätigkeitsverein unterstützt erstmals das Winndender „Kinderschüle“.

1851

Die Kirche St. Ulrich in Birkmannsweiler wird am Ort einer älteren Kapelle gebaut. --- Im Wald bei Breuningsweiler kommt es zu einem Waldbrand.

1852

1.8.: Robert Mayer wird in Winnenthal aufgenommen (bis 1.9.1853, Diagnose: Tollheit). --- Winnenden hat 3505 Einwohner. --- Das „Kinderschüle“ zieht in die Schlossstraße 19. --- 23.11.: Im Gasthof zum Hirsch in der Marktstraße brennt es.

1853

Dr. Albert Zeller wird Ehrenbürger Winnendens. --- Immanuel Enslin wird Vorstand der Feuerschau und der Steiger-Löschmannschaft.

1854

Schloss Winnenthal erhält eine Hauswasserleitung. --- Im Haus Nr. 55 am Hasenbrunnen in Hertmannsweiler wohnt Moses Levi, der „israelitischer Religion“ ist. --- Der Sturmläuter Jacob Weber übernimmt das Feueralarmtrommeln in Winnenden.

1855

Bei Hägele und Sohn brennt es.

1856

Aus Gründen der Kostenersparnis werden die Lateinschule und die Realschule zusammengelegt. --- Im Volks- und Anzeigenblatt wird für eine Zugverbindung nach Nürnberg mit Halt in Winnenden geworben.

1859

Am Wasserbecken von Schloss Winnental, dem Rest eines Weihers auf dem Schlossgelände (am Ort der Station B), wird ein Badehaus errichtet. --- Karl Steinbuch ist Kommandant der Feuerwehr.

1860

16.3.: Johann Friedrich Fischer wird Landjäger in Winnenden (bis 16.2.1876).

1861

Die Heilanstalt erwirbt Äcker außerhalb des Schlossgeländes für landwirtschaftliche Betätigung. --- Winnenden hat 3037 Einwohner. --- Ludwig Enslin ist Feuewehrkommandant.

1862

Auf Betreiben des Kronenwirts Krauß und des Oberamtstierarzts Seybold wird im Stallungsgebäude der „Krone“ eine Beschälplatte eingerichtet.

1863

18.10.: In Winnenden wird bei einer Feier der Völkeraschlacht bei Leipzig gedacht. --- Unter Beteiligung Winnender Bürger wird der Bezirksgewerbeverein Waiblingen gegründet. --- 1.3.: Die Feuerlöschgeräte der Stadt werden an die Feuerwehr übergeben.

1864

Ein Hilfsverein um den Winnender Bürger August Binz sammelt für die Unterstützung der norddeutschen Truppen gegen Dänemark.

1865

Höfen kommt zum Kirchspiel Birkmannsweiler. --- Die Winnender Gewerbebank wird gegründet. --- Dr. Christian Wunderlich wird Ehrenbürger. --- Die Feuerlöschgeräte werden im Ökonomiegebäude der Wirtschaft „Zum Rößle“ aufbewahrt (Mühltorstr. 3). --- 13.11.: Wilhelm Cleß wird Kommandant der Feuerwehr.

1866

Winnender Bürger nehmen als Württemberger auf der Seite Österreichs im Krieg gegen Preußen teil.

1868

20.1.: Die Heilanstalt führt Nachtwachen im Pflegebereich ein. --- Julius Finck gründet sein privates Bankunternehmen. --- Der spätere württembergische Oberamtmann und Landrat Friedrich Rippmann wird in Winnenden geboren. --- Nach der Auflösung des Gesangvereins „Konkordia“ wird der Männergesangverein „Liedertafel“ gegründet.

1869

Der Gewerbeverein Winnenden entsteht.

1870

12.7.: In der oberen Marktstraße beim Gasthof „Adler“ fallen neun Gebäude bei einem Brand dem Feuer zum Opfer. --- 19.7.: Nach der Kriegserklärung gegen Frankreich bereitet sich auch Winnenden vor. Auch Winnender Bürger werden eingezogen. Zentrum der bürgerschaftlichen Unterstützung für das Heer ist die Gaststätte „Hirsch“ in der unteren Marktstraße.

Winnenden im Kaiserreich

1871

Winnenden hat 3168 Einwohner.

1872

Die Neugestaltung des Innenraums der Schlosskirche durch Christian Friedrich Leins wird abgeschlossen. --- Aug.: Ein Kriegerverein wird gegründet. --- Gottlieb Reusch wird Missionar in China (bis 1908).

1873

Die Männerzellenabteilung der Heilanstalt wird aufgestockt. --- Die höheren Winnender Schulen erhalten eine dritte Lehrkraft. --- 1.10.: Die Württembergische Sparkasse eröffnet in Winnenden eine von dem Kaufmann Gustav Mildenberger geleitete Agentur. --- 6.4.: Der künftige Kamerun-Missionar Ernst Dinkelacker kommt in Winnenden zur Welt.

1875

21.1.: Per Statut wird die „Königliche Heilanstalt Winnental“ in „Königliche Heil- und Pflegeanstalt“ umbenannt. 2.9.: Winnenden feiert auf Betreiben des Kriegervereins im Stadtgarten den Sedanstag, an dem der Schlacht von Sedan und der Reichsgründung gedacht wird. --- Kaminfegermeister David Veiz wird Kommandant der freiwilligen Feuerwehr (bis 1892). --- An der Nordseite des Schlossgebäudes errichtet die Heilanstalt ein Eishaus.

1876

26.10.: Nach vierjähriger Bauzeit wird die Murrbahn eingeweiht. Der württembergische König Karl fährt bis Winnenden. --- Die Bahnhofsstraße wird ausgebaut. --- Das Schlossgebäude erhält eine Dampf-Warmwasser-Zentralheizung. --- Johann Baptist Christmann wird Landjäger in Winnenden (bis 1.4.1898).

1877

Der Fruchtkasten der Hofkammer brennt ab (heute: Kastenschule). --- Gastwirt Bühler richtet in seinem Anwesen in der Schlossstraße eine Badeanstalt ein. --- Die Winnender Wasserleitung wird erneuert.

1878

21.2.: Dr. Ernst Zeller, der Sohn Albert Zellers, wird ärztlicher Direktor der Heilanstalt (bis 30.9.1900). --- Wegen der Vakanz der Präzeptorstelle wird über die Auflösung der Realschule diskutiert. --- Ein schweres Hagelunwetter führt zu beträchtlichen Schäden in der Landwirtschaft.

1879

Höfen wird dem Stadtpfarramt Winnenden zugewiesen. --- In Winnenden findet auf Einladung von Kommandant Veiz das Gautreffen der Feuerwehren statt.

1880

Ein besonders harter Winter führt zu hohen Ertragsverlusten beim Obstbau. --- Winnenden hat 3617 Einwohner.

1881

Winnenden erhält eine neue, größere Wasserleitung.

1883

In der Heilanstalt werden die Büros der Direktion und der Verwaltung durch ein Telefon und eine Signalanlage verbunden. --- Winnendens methodistische Jubiläumskirche wird gebaut.

1884

Als zweigeschossiger Bau wird die Albert-Zeller-Schule gebaut. --- 30.7.: Robert Boehringer kommt in Winnenden zur Welt.

1886

Winnender Einwohner setzen einen Arbeiterfrühzug durch.

1887

Das Bezirkskrankenhaus an der Schorndorferstraße wird gebaut. --- Mädchen erhalten Zugang zur Realschule. Die ersten Schülerinnen sind Lili Auch, Klara Krämer und Lili Weysser. --- Rektor Wizgall gründet den Frauengesangverein „Singkranz“ (bis 1905). --- Der Verschönerungsverein wird gegründet. --- Nach dem Tod von Prinzessin Marie übernimmt die Stadt die finanzielle Unterstützung des „Kinderschüle“. --- 28.5.: Winnenden erhält eine neue Lokalfeuerlöschordnung.

1888

Der Winzergesangsverein Urbania wird gegründet. --- 26.2.: 45 meist jüngere Bürger aus Winnenden und Umgebung wandern nach Amerika aus.

1889

Hiemer wird Stadtschultheiß. --- Der Evangelische Verein wird gegründet. --- In Kamerun stirbt der in Winnenden geborene Missionar Gauger.

1890

Das Jägerhaus beim Schloss wird umgebaut. --- Die Gemeindeschäferei wird abgeschafft. --- Winnenden hat 3530 Einwohner.

1891

Das Albrecht-Bengel-Haus wird als Schulstandort aufgegeben. --- Die Kastenschule wird am Ort des vormaligen Fruchtkasten eingerichtet. Im Erdgeschoss befinden sich die städtische Bodenwaage, ein Spritzenlokal für die Feuerwehr und eine Turnhalle. --- Eine neue Marktordnung wird erlassen und reguliert das Winnender Märktewesen. Ein Obstmarkt wird eingerichtet. --- Die Feuerwehr Winnenden beschafft eine mechanische Magirus-Steigleiter neuer Bauart.

1892

Die Winnender Landwirte, Winzer und Obstbauern gründen den Darlehenskassenverein Winnenden. --- Eine Feldbereinigung führt dazu, dass jeder Acker einen Zugang am Kopf- und Fußende bekommt. --- Der Winzergesangverein „Urbania“ wird gegründet. --- Der Buchbindermeister Friedrich Dobler wird Feuerwehrkommandant (bis 23.4.1913).

1893

22.11.: Hermann Hesse wird von Ernst Zeller in Winnental auf seinen Gemütszustand untersucht. --- Ein sozialdemokratischer Arbeiterverein entsteht.

1894

In Waiblingen wird eine Oberamtskasse gegründet, die in Winnenden der Färber Friedrich Etter als Ortssparpfleger vertritt.

1895

Eine grundlegende Psychiatriereform führt in Winnental zu Änderungen im Betrieb der Heilanstalt. Zwangsmittel werden abgeschafft, die Isolierung von Patienten beschränkt. --- Ein deutsch-konservativer Verein wird gegründet. --- Winnenden hat 3504 Einwohner. --- Der Winnender August Binz wird Landtagsabgeordneter (Wiederwahl: 1900). --- Eine neue Friedhofsordnung reguliert den Wegeplan des Stadtfriedhofs.

1896

Das Albrecht-Bengel-Haus wird Evangelisches Vereinsheim. --- In der Palmerstraße wird ein Elektrizitätswerk gebaut. Winnenden wird elektrifiziert. ---An der Leutenbacher Straße werden große Latrinen angelegt. --- Der Bienenzuchtverein und der Obstbauverein entstehen.

1897

Die Heilanstalt führt die Familienpflege ein. --- 22.10.: Ein Hilfsverein für rekonvaleszente Kranke wird gegründet. --- In der Lehmgrube am Bahnhof wird eine Dampfziegelei gebaut. --- Das evangelische Vereinshaus (Albrecht-Bengel-Haus) wird eingeweiht. --- Die Kleinkinderschule zieht ins Bengel-Haus. --- Bei einem Brand im Haus des späteren Feuerwehrkommandanten Dobler verbrennt die 1847 gestiftete Fahne der Bürgerwehr. --- Eine Unfallmeldestelle wird eingerichtet.

1898

Der CVJM gründet einen Posaunenchor. --- 1.4.: Johann Georg Raisch wird Landjäger in Winnenden (bis 1.7.1899).

1899

1.7.: Christian Friedrich Aichinger wird Landjäger in Winnenden (bis 30.8.1902).

1900

12.8.: Die Feuerwehr feiert ihr fünfzigjähriges Jubiläum. 8.10.: Dr. Theodor Geßler leitet für ein knappes Jahr die Heilanstalt (bis 27.9.1901). --- Die Friedrichstraße und die Wilhelmstraße werden angelegt. --- Die Schlosserwerkstatt Drück macht durch Bäckereizubehör international auf sich aufmerksam. In der Wilhemstraße entsteht eine Fabrik. --- Winnenden hat 3736 Einwohner. --- Der Kirchengesangsverein hält im Vereinhaus erstmals seine Singstunden ab. --- Die Winnender „Stadtmusik“ wird aufgelöst.

1901

Karl Haug, Winnender Teilnehmer an der Strafexpedition gegen die Boxer in China, veröffentlicht Feldbriefe im Volks- und Anzeigenblatt.

1902

15.2.: Dr. Heinrich Kreuser wird ärztlicher Direktor der Heilanstalt (bis 12.12.1917). --- Erstmals erscheint die von Immanuel Beck herausgegebene Winnentaler Anstaltszeitung. --- 4.7.: Die landwirtschaftliche Kolonie der Heilanstalt wird eröffnet. --- Auf Betreiben der Molkereigenossenschaften von Schwaikheim und Leutenbach wird auf der Murrbahn ein Milchzug eingeführt. --- Die Breuningsweiler Straße wird angelegt. --- 1.9.: Konrad Bühler wird Landjäger in Winnenden (bis 21.4.1904).

1903

Erstmals werden Pflegekräfte in Winnental in Kursen auf den Pflegedienst vorbereitet. --- 17.3.: Adolf Schiel, der Führer des deutschen Korps im Burenkrieg und ehemals Winnender Realschüler, hält einen Vortrag in der „Krone“. --- Die Feuerwehr richtet eine Weckerlinie ein.

1904

Nach einem Großbrand erhält die Wagnerstraße beim Diebsturm einen Durchbruch durch die Stadtmauer. --- 29.7.: Gemäß Erlass des württembergischen Innenministeriums wird „Winnenthal“ fortan ohne „h“ geschrieben. --- Der Winnender Gemeinderat plant die Zusammlegung von Real- und Lateinschule. --- In der Friedrichstraße wird eine Dauerausstellung Winnender Industrieprodukte eingerichtet. --- 21.4.: Johann Jakob Sommer wird Landjäger in Winnenden (bis 30.4.1907).

1905

Der Plan eines vom Elektrizätswerk mitbeheizten Schwimmbads am Zipfelbach scheitert aus Kostengründen. --- In der Palmerstraße wird die Papierhülsenfabrik Eger gegründet und ersetzt eine Garnzwirnerei. --- 9.5.: Die Winnender Schiller-Eiche wird gepflanzt. --- Winnenden hat 4414 Einwohner.

1906

Das Taubstummenasyl der Paulinenpflege wird gebaut. --- Die Weinbaugenossenschaft errichtet die große Kelter beim Stadtgarten. --- Die Nebenstelle des Landjägerkorps wird an das Fernsprechnetz angeschlossen.

1907

1.5.: Karl Fauth wird Landjäger in Winnenden (bis 30.6.1913). --- 1.7.: Ein Erlass des Könglichen Medizinalkollegiums ermöglicht auch in Winnental die unentgeltliche Behandlung mittelloser Patienten. --- Die Deutsche Partei gründet einen Ortsverein.

1908

Georg Schmidgall wird Bürgermeister. --- Die Stadtbücherei wird von Privatleuten gegründet.

1909

Die Musikkappelle des Gesangsvereins Urbania wird gegründet (bis 1914). --- Der Winnender Fabrikant Karl Drück wird Hoflieferant. --- Die Verlags-, Handels- und Kunstdruckerei von Lämmle und Müllerschön wird gegründet. --- Der Erbeeranbau Breuningsweiler setzt ein. Angebaut wird die ertragreiche Sorte „Madame Moutot“.

1910

1.4.: Per Konsistorialerlass wird die Gesamtkirchengemeinde Birkmannsweiler-Höfen-Baach gegründet. --- Die Heilanstalt erhält eine Anstaltsfeuerwehr. --- 18.10.: Die Heilanstalt nimmt den Männerpavillon (Station G) und den Frauenpavillon (Station F) in Betrieb. --- Ein großer Geflügelhof entsteht. --- Winnenden hat 4414 Einwohner. --- Auf dem Rossberg wird ein Aussichtsturm gebaut (1921 abgebrochen). --- Der jüdische Schauspieler Ignaz Lieblich aus Stuttgart wohnt in Winnenden, zieht aber bald nach Backnang. --- Die Kleinkinderschule erhält nach einem Gemeinderatsbeschluss eine zweite Gruppe. --- Eine Landjägernebenstelle in Oppelsbohm wird eingerichtet.

1911

5.5.: Feuerwehrkommandant Dobler feiert sein fünfzigjähriges Dienstjubiläum. --- Die Kirchwiesen werden entwässert. Der Zipfelbach wird begradigt. --- In Winnenden findet das Bezirksfest des landwirtschaftlichen Vereins statt.

1912

Am Ort der Kelter wird das Rathaus von Birkmannsweiler gebaut. --- Der Seifensieder und Gemeinderat W. Kreh wird Landtagsabgeordneter.

1913

15.3.: Die Pflichtfeuerwehr wird in eine freiwillige Feuerwehr umgewandelt. Baumeister Karl Krämer wird Kommandant der freiwilligen Feuerwehr (bis 1941), sein Stellvertreter ist der Wagnermeister Carl Grohs. --- Der Arbeitergesangverein „Konkordia“ wird gegründet. --- 1.7.1913: Jakob Illenberger wird Landjäger in Winnenden (bis 1.2.1914). --- 15.10.: Am Gasthof „Zum Schwanen“ findet die gemeinsame Löschübung der freiwilligen Feuerwehr mit der Anstaltsfeuerwehr statt.

Winnenden im Ersten Weltkrieg

1914

1.3.: August Knörzer wird wird Landjäger in Winnenden (bis 29.3.1927). --- Die Heilanstalt erhält ein Gesellschaftshaus (Festsaal). Personal wird zum Militärdienst eingezogen. --- 27.7: Das Volks- und Anzeigenblatt thematisiert die Kriegsstimmung in Europa: „Europa vor dem Krieg“. --- 31.7.: Das Stadtschultheißenamt erhält ein Schreiben des Königlichen Bezirkskommandos Ludwigsburg über die Mobilmachung. --- 1.8.: Ein Trommler gibt die Generalmobilmachung des Deutschen Reichs im Ersten Weltkrieg bekannt. Eine Sicherheitswache der Bürgerwehr nimmt an strategisch wichtigen Punkten Stellung, etwa am Hufeisen (Eisenbahnbrücke am Zipfelbach). Der Kriegsfortschritt wird am Bahnhof ausgehängt. --- 2.8.: Am Rathaus werden die Mobilmachungstage ausgehängt, gegen elf verlassen die ersten Winnender ihre Stadt Richtung Ludwigsburg. --- 3.8.: Die Bürgerwache hält den Hohreusch besetzt, ein französischer Wagen und ein Flugzeug werden gesichtet. Die Stadt wird durch einen Baumstamm gesperrt. --- 4.8.: Unverheiratete Männer werden eingezogen. Auf dem Rathaus werden zivile Dienste vergeben. Der völkerrechtswidrige Einmarsch nach Belgien wird bekannt. Ein vorgeblich französischer Wagen wird vor dem Rathaus angehalten. --- 5.8.: Die Kriegserklärung des Vereinigten Königsreichs löst Verunsicherung aus. --- 6.8.: Zahlreiche Familienväter werden eingezogen. --- 7.8.: Die Einnahme von Lüttich wird gemeldet. --- 8.8.: Auf dem Rathaus werden Ausweise ausgestellt, die Winnender Frauen Richtung Ludwigsburg zur Verabschiedung ihrer Männer benötigen. --- 10.8.: Winnender Metzger werden zur Herstellung von Fleischkonserven angehalten („Dauerfleisch“). --- 18.8.: Das Volks- und Anzeigenblatt ruft zum Anlegen von Kriegchroniken auf. --- 19.8.: Die erste Kriegsbetstunde findet statt. --- 22.8.: Der Kunstmaler Carl Dobler wird eingezogen und in Nordfrankreich eingesetzt. --- 23.8.: Siege in Belgien und Frankreich werden bekannt. Die Winnender Reservisten werden mobilisiert, dann aber doch nicht gebraucht. --- 30.8.: Sechs Winnender sind bereits gefallen. --- 5.9.: Die Bürgerwehr wird durch den Landsturm ersetzt. --- Okt.: Stadtschultheiß Schmidgall regt die Gründung einer Jugendwehr an. 4.12.: Im Schaufenster von Buchbinder Otto wird eine Tontafel mit den Gefallenen ausgestellt.

1915

15.1.: Die Winnender essen kriegsbedingt das mit Zusatzstoffen gestreckte Schwarzbrot. Mehl und andere Nahrungsmittel werden rationiert, der Stadtpfleger überprüft die Mehlvorräte. --- 17.2.: Mit Beflaggung und Glockengeläut wird ein Sieg gegen Russland in der Winterschlacht in Masuren gefeiert. Auf dem Marktplatz wird das Deutschlandlied gesungen. --- 20.3.: Schulkinder sammeln Eicheln, die Jugendwehr legt zu Übungszwecken Schützengräben an.

1916

8.1.: Winnender werden zur Landwehr eingezogen. Eingesetzt werden sie vor allem im Grabenkrieg im Elsass (Niederaspach, Hartmannsweiler Kopf, Ammertsweiler, Serres), aber auch in Italien, bei Belgrad (Zigeunerinsel), zur See und an der Ostfront. --- 14.1.: Metall wird gesammelt. --- 15.3.: Brot wird nur noch gegen Brotkarten abgegeben. --- 27.4.: Der Winnender Gemeinderat setzt eine Wirtschafts- und Nahrungsmittelkommission ein. --- 13.11.: Die im Sommer auf dem Schulhof angepflanzten Brennesseln werden als Baumwollersatz geerntet. Auch andere Rohstoffe werden gesammelt. --- 25.11.: In der Schlosskirche findet ein Gedenkgottesdienst statt. Mehr und Mehr Winnender fallen. --- 5.12.: Das „Gesetz über den Vaterländischen Hilfsdienst“ verpflichtet Winnender zwischen 17 und 60 zum Einsatz in kriegswichtigen Betrieben.

1917

26.2.: Ein Hausfrauenverein wird gegründet. --- 12.3.: Ein Luftschiff mit Trauerbeflaggung schwebt über den Bahnhof hinweg. --- 46 Patienten der Heilanstalt sterben bei einem Ausbruch von Tuberkulose. --- Marie Huzel erhält für ihre Kriegerfürsorge das Charlottenkreuz. --- 17.6.: Die Orgelpfeifen aus Zinn werden requiriert. --- 8.7.: Die kleineren Glocken der Schlosskirche werden kriegsbedingt abgenommen. --- Dez.: Die Evangelische Kirchengemeinde Winnenden führt Gemeindeabende ein. --- Die Sparkasse Winnenden führt das Depot- und Effektengeschäft ein. --- Der Heimatgruß aus Winnenden erscheint als monatliche Zeitung der Evangelischen Kirchengemeinde.

1918

13.1.: Die Deutsche Vaterlandspartei lädt zu dem Vortrag Der deutsche Friede. --- 6.5.: Dr. Rudolf Camerer wird ärztlicher Direktor der Heilanstalt. --- Wegen des kriegsbedingten Wärtermangels in der Heilanstalt werden erstmals weibliche Fachkräfte auf einer Männerstation eingesetzt. --- 4.11.: Winnender Arbeiter demonstrieren für den Frieden. --- 9.11.: Junge Soldaten berichten vom Revolutionsgeschehen in Stuttgart und von der Entwaffnung durch die Arbeiter. --- 16.11.: Ein Arbeiterrat wird gewählt. --- 19.11.: Vertreter des Gemeinderats, des Arbeiterrats und des Hausfrauenvereins planen Quartier und Verpflegung angekündigter Truppen. --- 23.11.: Erste Winnender Soldaten treffen ein. --- 28.11.: Bayerische Truppenteile durchqueren Winnenden in Richtung Schorndorf. --- 30.11.: Das Landsturmbataillon kommt nach Winnenden. --- 5.12.: Das Feldartillerieregiment 116 nimmt in Winnenden Quartier. --- Dez.: Eine „Vereinigung der Kriegsinvaliden und ehemaliger Kriegsteilnehmer“ wird gegründet. --- Die Schultheißen (Bürgermeister) der Teilorte werden zu Ortssparpflegern bestellt. --- Fleischlose Wochen werden eingeführt. --- Das Bahnhofshotel wird zu einer Fabrik für mechanische Strickerei umgewandelt. --- Das CVJM-Heim an der Schorndorfer Straße wird eingeweiht. Dort tagen auch die Altpietisten und die Hahn’sche Gemeinde. --- In der Pension Dinkelacker in der Mühltorstraße 5 wohnen eine Zeitlang die beiden Jüdinnen Emma Marx und Mathilde Marx.

Winnenden im Volkstaat Württemberg (1919-1932)

1919

23.2.: Winnenden richtet einen festlichen Empfang für die heimgekehrten Soldaten aus. --- Winnenden hat 4646 Einwohner. Aus Winnenden und den Teilorten wurden 1.243 Männer eingezogen, 800 davon aus Winnenden selbst. 132 Winnender starben auf den Schlachtfeldern des Ersten Weltkriegs.

1920

Die Fußballherren gründen den Sportverein Winnenden. --- Die Winnender Sparkasse nimmt den Geschäftsverkehr auf. --- Die Katholiken Winnendens werden in einem Betsaal in der Waiblinger Straße vom Backnanger Pfarrer versorgt.

1921

8.4.: Der Anstaltsfriedhof der Heilanstalt wird in Benutzung genommen. --- In der Anstalt sind jüdische Patienten nachweisbar. --- 30.12.: Per Erlass wird der Landjägernebenstelle in Winnenden mit einem zweiten Landjäger besetzt. Es handelt sich um Gustav Holzwarth (bis 30.8.1927).

1922

1.1.: Die Oberamtssparkasse eröffnet eine Zweigstelle in Winnenden. --- Eine Stadtkapelle mit Streichorchester wird eingerichtet. --- Die Winnender Feuerwehr beschafft eine Benzinmotorspritze.

1923

Gotthold Börner veröffentlicht Winnenden in Sage und Geschichte. --- Die evangelische Kirche Breuningsweiler wird fertiggestellt. --- Beim „Winnender Bauernkrawall“ greifen aufgebrachte Bauern Beamte der Wucherpolizei und die Landjäger Knörzer und Holzwarth an, die sich ins Rathaus zurückziehen.

1924

Die Winnender Realschule erhält eine Abschlussklasse. --- Der jüdische Künstler Erwin Heilbronner erwirbt in Hanweiler ein großes Stück Land mit Wohnhaus, die „Villa“. Bald entwickelt sich eine Künstlergruppe, zu der Manfred Henninger, der Dorfschullehrer Karl Sihler, Eugen Schmid, Wilhelm Schmid und der Rettersburger Lehrer Manfred Schmid gehören. Auch der Maler Robert Breitwieser schließt sich der Gruppe an.

1925

Winnenden feiert die sechshundertjährige Zugehörigkeit zu Württemberg. --- Studienassessor Jäckle tritt in den Winnender Schuldienst ein. --- Zum fünfundsiebzigsten Jubiläum der Feuerwehr wird auf dem Marktplatz eine große Übung abgehalten.

1926

Das Winnender Freibad wird gebaut.

1927

Der Stadtpfleger Karl Wild wird Direktor der Oberamtssparkasse. --- 1.9.: Kaspar Mai wird Landjäger in Winnenden (bis zum Tod, 25.4.1933).

1928

Die Albert-Zeller-Schule wird aufgestockt. --- Die Künstlerkolonie um Erwin Heilbronner in Birkmannsweiler lässt ein Atelier errichten.

1929

Das Schul- und Rathaus von Breuningsweiler wird gebaut. --- Auf allen Abteilungen der Heilanstalt wird eine Rundfunkanlage eingerichtet. --- Die Weltwirtschaftskrise erfasst Winnendens Wirtschaft.

1930

30.5.: In Winnenden wird eine Ortsgruppe der NSDAP gegründet. Ihr Leiter ist Walter Giesser, später Bürgermeister Josef Huber. --- Die Bezeichnung „Bürgermeister“ wird eingeführt.

1931

Jan.: Ewald Müller wird Inspektor der Paulinenpflege. --- 1.5.: Neben der Normalschule der Paulinenpflege wird eine Hilfsschule eröffnet. --- 22.9.: Bürgermeister Schmidgall versammelt einen Kreis von interessierten Bürgern, um die Not der Erwerbslosen zu lindern.

1932

Das Werkstattgebäude der Heilanstalt wird durch einen Anbau erweitert. --- Ein Notspiel des SV Winnenden gegen Germania Stuttgart soll die Arbeitslosenhilfe finanzieren helfen. --- Nach Plänen von Alfred Daiber wird die Friedhofskapelle in Winnenden als „Krieger-Gedächtnis-Kapelle“ erbaut. --- 1.4.: Gottlob Seybold wird Landjäger in Winnenden (bis 20.4.1945).

Winnenden im Dritten Reich (1933-1945)

1933

26.3.: Nach einem Beschluss des Gemeinderats erhält die Albert-Zeller-Schule (heute: Musikschule) ihren Namen. --- 13.4.: Lokale KPD-Politiker werden verhaftet und auf dem Heuberg interniert. --- 24.4.: Der Winnender Landjäger Mai wird von dem Ludwigsburger Einbrecher Jakob Füchsl bei einer Personenkontrolle erschossen. --- 11.5.: Das Vermögen der SPD-Ortsgruppe wird beschlagnahmt. --- 30.6.: Das Volks- und Anzeigenblatt darf nicht mehr erscheinen, obgleich es zum Aufstieg der NSDAP in Winnenden maßgeblich beigetragen hat. --- 1.7.: Karl Bohn wird Landjäger in Winnenden (bis 20.4.1945) --- .Juli: Bei den Kirchengemeinderatswahlen erhalten die NSDAP-nahen „Deutschen Christen“ keine Mehrheit. --- 14.7.: Das „Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses“ wird erlassen. Auch über das Sterilisierungsgesetz und das „Gesetz gegen gefährliche Gewohnheitsverbrecher und über Maßregeln zur Sicherung und Besserung“ wird in Berlin beraten. --- 14.9.: Die KPD-Ortgruppe, der Arbeitergesangverein „Freiheit“, die Ortsgruppe des Arbeiter-Rad- und Kraftfahrbunds „Solidarität“ und der Gesangsverein „Konkordia“ werden aufgelöst. --- Der Freiwillige Arbeitsdienst unterhält ein Lager in Winnenden (Gerberstraße 19). Bäche werden reguliert, Feldwege angelegt und die Straße von Lehnenberg nach Breuningsweiler gebaut. --- Die Ortsgruppe Winnenden-Land der NSDAP unter Leitung von Paul Kreh. --- Die Künstler der „Villa“ in Hanweiler, der jüdische Maler Erwin Heilbronner und der überzeugte Pazifist Manfred Henninger, werden zu Staatsfeinden erklärt. Heilbronner kehrt daraufhin nicht nach Hanweiler zurück.

1934

Winnenden wird dem Kreis Waiblingen zugewiesen. --- 8.2.: Das Oberamt Waiblingen weist die Klinikleitung nachdrücklich darauf hin, das Gesetz zur Verhütung erbkranken Nachwuchses umzusetzen. --- 9.11.: Das FAD-Lager wird aufgelöst. --- Albert Gämßle wird Ehrenbürger Höfens. --- 1.8.: Marie Huzel ermöglicht mit ihrer Spende die Gründung eines Kindergartens, der unter der Leitung der Berkennenden Christen stand und frei von nationalsozialistischer Prägung sein sollte.

1935

21.3.: Auf Antrag der NSDAP müssen Stadtgeschäfte mit Mitgliedern der deutschen Arbeitsfront abgewickelt werden --- 1.5.: Otto Gutekunst wird ärztlicher Direktor der Heilanstalt (bis 6.11.1945). --- 24.8.: Der Sportverein Breuningsweiler wird im Kurhaus Sonnenberg gegründet. --- 27.9.: Marie Huzel wird Ehrenbürgerin von Winnenden für ihren Einsatz zugunsten Winnender Soldaten. Das Marie-Huzel-Heim wird eröffnet. --- Josef Huber, der NS-Bürgermeister, übernimmt die Leitung des Kleinkinderschulvereins. --- Der Darlehenskassenverein Winnenden firmiert als Spar- und Darlehenskasse. --- Die Deutsche Gemeindeordnung entmachtet den Winnender Gemeinderat.

1936

5.3.: Die Pfleger der Heilanstalt dürfen nach einem Erlass des Innenministeriums nicht mehr mit dem Vornamen angesprochen werden. --- 25.4.: Landesfeuerwehrinspektor Klett setzt die Umorganisation der Feuerwehr auch in Winnenden durch. --- Der Uhrturm des Schlosses wird abgebrochen. --- 1.10.: Der langjährige Bürgermeister Georg Schmidgall wird in den Ruhestand versetzt. An seiner Stelle wird der gebürtige Waiblinger NSDAP-Mann Josef Huber als Bürgermeister eingesetzt. --- Jüdische Viehhändler werden von den Winnender Märkten ausgeschlossen.

1937

Die Mühlrain-Siedlung wird gebaut. --- Die Stadtverwaltung übernimmt die Bibliothek. --- Der Stadtgarten wird zur Dietrich-Eckhart-Anlage umgebaut. --- Das HJ-Heim in der Ringstraße 92 (Adolf-Hitler-Ring) wird gebaut. --- 21.3.: Hermann Grünspan, ein ursprünglich aus Hanau stammender jüdischer Schuster, zieht aus Schorndorf nach Birkmannsweiler. Er wird Schustergeselle bei Schuster Grotz in der Hauptstraße 45. --- 24.3.: Dr. Gutekunst gibt in einem Antwortschreiben an das Erbgesundheitsgericht an, man habe Sterilisierungen deswegen nicht durchführen können, weil sich die Patienten „hartnäckig“ geweigert hätten. --- Bürgermeister Josef Huber verlangt von der Anstaltsleitung eine Statistik über die Anzahl der Juden in der Heilanstalt. --- Eine HJ-Feuerwehr wird aufgestellt. --- Die Feuerwehr beschafft eine mechanische Handzugleiter.

1938

Winnenden kommt zum Landkreis Waiblingen. --- 8.2.: Dr. Gutekunst weist in einem Schreiben darauf hin, dass Sterilisierungen vor Ort zu großer Unruhe unter den Patienten führen könnten. --- 1.3.: Assistenzarzt Stegmann führt eine erbbiologische Bestandsaufnahme unter den Patienten der Heilanstalt durch. --- 27.4.: Der Mörder Ernst Wagner stirbt nach 25 Jahren als Patient in Winnental. --- Der Festplatz auf dem Gelände der ehemaligen Kiesgrube wird zur Dietrich-Eckhart-Anlage umgebaut (heute: Stadtgarten). --- Die Stadtpfarrer Rooschütz und Flaxland gehen in Pension, Pfarrer Geißer wird nach Tübingen versetzt. Sie werden ersetzt durch Pfarrer Pfeiffer und die beiden Pfarrverweser Glässer und Brandt. --- Der VfR Birkmannsweiler wird gegründet. --- 17.11.: Ortspolizist Röhm durchsucht Hermann Grünspahns Wohnung in Birkmannsweiler nach Waffen, offenbar wurde der jüdische Schustergeselle denunziert.

1939

Das Unternehmen Kärcher siedelt von Bad Canstatt nach Winnenden über. --- Im Saal des Gasthofs „Adler“ wird ein NSV-Kindergarten eröffnet. --- Sept.: Im Frauenpavillon (Station F) der Heilanstalt wird ein Reservelazerett eingerichtet, die Patientinnen werden im Festsaal untergebracht. --- Erste Zwangs- und Fremdarbeiter gelangen nach Winnenden, insgesamt sind es bis 1945 etwa 1200. Die meisten von ihnen sind Polen (61), Franzosen (209), Italiener (227) und vor allem Russen (427). Kriegsgefangenenlager gab es auf dem Gelände der Ziegelei Spingler (Ostarbeiterlager, Polenlager), bei Kärcher (Russenlager, Polenlager, Franzosenlager, Lager Ruitzenmühle). Weitere Lager befanden sich bei der Obstverwertung Hummel und in der Brückenstraße 19. Fast alle größeren Betriebe, aber auch Handwerksbetriebe und Landwirschaften, beschäftigten Fremdarbeiter und Kriegsgefangene, unter anderem die Firmen Nusser, Benz, Eger, Giesser, Fessmann, Krämer. --- Die Feuerwehr erhält ihr erstes motorisiertes Feuerwehrfahrzeug.

1940

30.5.: 74 Frauen werden in den berüchtigten Grauen Bussen nach Grafeneck deportiert und dort getötet. Weitere Transporte finden statt am 3.6., am 11.6., am 24.6., am 24.7. am 29.11. Insgesamt finden sich 175 Frauen und 220 Männer zwischen 16 und 80 auf den Verlegungslisten. Dazu gehören auch jüdische Patienten, denen man oft mit besonderer Härte begegnet: Jeanette Metzger, Julius Schloss, Selma Heidenheimer, Gertrud Heilborn, David Neumetzger, David Neu, Charlotte Steiner, Klara Feit, Hermann Einstein, Alfred Günzburg, Dr. Karl Esslinger--- 5.9.: Aus den Reihen der Feuerwehr wird eine Fliegerbereitschaft eingerichtet. --- 25.11.: Ein Transport aus Stetten erreicht Winnenden. --- 29.11.: Fünf Stettener Patienten werden nach Grafeneck gebracht. --- Am Schnarrenberg (Birkmannsweiler) wird der letzte Weinberg gerodet. --- Die Gewerbebank firmiert nun als Volksbank. --- Der Rathaussaaal wird umgebaut.

1941

10.3.: Sieben Bewohner der Paulinenpflege werden über die Heilanstalt nach Hadamar deportiert und getötet. --- Die Winnender Feuerwehr erhält einen Tragkraftspritzen-Anhänger. --- 14.10.: Britische Flieger werfen im Gebiet Haselstein, Schenkenberg und am Gänsebrückle Spreng- und Brandbomben ab. --- 21.11.: Der Landrat in Waiblingen wendet sich in einem Schreiben an den Bürgermeister von Birkmannsweiler mit dem Betreff „Abschiebung von Juden in das Reichskomissariat Ostland“. Am 27.11. begleitet Schuster Grotz den betroffenen Gesellen Hermann Grünspahn zum Bahnhof, wo er vom Durchgangslager Killesberg nach Ingolstadt verbracht wird. Von dort verliert sich seine Spur. --- 28.11.: Der langjährige Feuerwehrkommandant Krämer tritt nach Querelen mit der Ortsgruppe der NSDAP zurück. Für ein Jahr übernimmt Wilhelm Seitz.

1942

21.-22.1.: Die Glocken der Stadtkirche werden abgehängt. --- Die Ortsfeuerwehr erhält ein leichtes Löschgruppenfahrzeig (LLG).

1943

Die Darlehenskasse fusioniert auf Weisung aus dem Reichswirtschaftsministerium mit der Volksbank. --- Okt.: Zwangsarbeiter aus Italien werden in Winnenden eingesetzt. --- Juli: Der Altar der Schlosskirche wird abgebaut. Die Figuren werden im Salzbergwerk Kochendorf eingelagert, die Flügeltüren in Oppelsbohm. Die Schlosskirche wird als Möbellager ausgebombter Stuttgarter Familien genutzt.

1944

7.3.: Eine größere Anzahl Winnender Patienten wird mit unbekanntem Ziel verlegt. --- 13.3.: Die entflohenen russischen Zwangsarbeiter Aleksej P. Kruschinskij und Nikolaj M. Magerko werden an der Hindenburgeiche im Schmelmenholzwald in Gegenwart der Winnender Hitlerjungen erhängt. --- Dez.: Der Saal des Bengel-Hauses wird für die Unterbringung einer Nachrichtenabteilung beschlagnahmt. --- Aus einer „Judenwohnung“ in Stuttgart flüchtet der jüdische Rechtsanwalt Dr. Robert Perlen und seine „arische“ Frau Martha nach Winnenden. Die junge Metzgersfrau Anna Hieber versteckt die Perlens in der von ihrem Mann betriebenen Metzgerei (Marktstraße 7), wo er sich im Keller versteckt. Die Bäckerfamilie Heinrich nebenan versorgt ihn mit Lebensmitteln. Die Helferin, Anna Hieber, stirbt am 20.4. durch einen Granatsplitter. --- Auch Hugo Göhre und seine jüdische Frau Selma Göhre-Richnowsly Göhre finden in Winnenden Zuflucht, ehe das Ehepaar 1944 in eine Stuttgarter Judenwohnung zieht. --- Im Gasthof „Adler“ wird ein NSV-Kindergarten eingerichtet.

1945

19.3.: Flakhelferinnen beziehen das Marie-Huzel-Heim. --- 20.4.: Artilleriebeschuss zerstört einige Gebäude zwischen Stadtkirche und Rathaus. Auch die Mager’sche Apotheke am Rathaus fällt den Flammen zum Opfer. Treffer erhält auch das Taubstummenasyl der Paulinenpflege. --- Februar: Wegen Brennstoffmangel wird in der Heilanstalt die Heizung abgestellt. Aus Dresden werden 76 pflegebedürftige Personen nach Winnental verlegt, weitere Personen werden im Taubstummenasyl untergebracht. 416 Patienten der Heilanstalt sterben an Unterernährung, Kälte und Krankheit. --- Vom Fröbel-Seminar werden Kinderpflegerinnen für die Betreuung der Kleinkindgruppen gewonnen. --- Kommandant Nißler tritt vom Feuerwehrdienst zurück und übergibt die Amtsgeschäfte dem Schuhmachermeister Paul Bihlmaier.

Winnenden nach dem Zweiten Weltkrieg

1946

Jan.: Der Festsaal der Heilanstalt wird für die Unterbringung von Ostvertriebenen genutzt. --- Der 24.12.: Marie Huzel stirbt in Winnenden. --- Die erste katholische Seelsorgeeinheit seit der Reformation entsteht.

1950

Kärcher entwickelt den ersten europäischen Heißwasser-Hochdruckreiniger DS 350. --- Die Feuerwehr feiert ihr hundertjähriges Bestehen. Die Wehr erhält ein neues Tanklöschfahrzeug TLF 15 von Magirus.

1951

12.5.: Per Erlass erhält die Heilanstalt eine Röntgen-Abteilung und ein Labor. --- Eugen Hilt wird Feuerwehrkommandant.

1952

Die Wallstraße wird von der Schlossstraße zum Viehmarktplatz erweitert. --- Die neue Volksschule an der Ringstraße (heute: Stöckachschule) wird eröffnet.

1953

Die Staatliche Heilanstalt Winnental wird Psychiatrisches Landeskrankenhaus Winnental. --- Ernst Spingler wird Ehrenbürger Winnendens. --- Helmut Pflüger wird Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.

1954

30.7.: Robert Boehringer wird Ehrenbürger Winnendens. --- 16.4.: Ernst Kreh wird Kommandant der Feuerwehr. --- Das alte Gerätehaus der Feuerwehr in der Schulstraße wird modernisiert.

1955

9.12.: Die Ausgangsbeschränkung für lediges Personal der Heilanstalt wird aufgehoben.

1958

Die katholische Pfarrei wird gegründet.

1959

Der Maler, Konzeptkünstler und Designer Claus Lämmle kommt in Winnenden zur Welt. --- Nach dem Tod Alfred Kärchers übernimmt Irene Kärcher die Geschäftsführung über Kärcher.

1961

22.2.: Nach einem Erlass des Innenministeriums wird am PLK eine Krankenpflegeschule eingerichtet. --- Die katholische Kirche St. Karl Borromäus wird gebaut. --- Die heutige Albertville-Realschule wird als „Realschule Winnenden I im Bildungszentrum II“ gegründet.

1962

Die Renovierung des Storchenhauses ist abgeschlossen. --- Hanweiler erhält eine evangelische Kirche.

1963

26.10.: Das neue Winnender Progymnasium wird eröffnet.

1964

Der Umbau des Albrecht-Bengel-Hauses (beg. 1962) wird abgeschlossen). --- 7.7.: In der Schloßstraße 27 wird eine Nachtklinik des PLK für Männer eingerichtet. --- In Bürg wird die Auferstehungskirche gebaut. --- Die Winnender Jugendfeuerwehr wird gegründet.

1965

Das von Johann Adam Groß d. Ä. geplante und bewohnte Haus Marktstraße 42 wird renoviert. --- 1.4.: Mit der Einstellung eines Musiktherapeuten wird am PLK die Musiktherapie eingeführt. --- Am PLK wird die Arbeitstherapie-Halle neu gebaut.

1966

1.6.: Im Rahmen eines Modellversuchs wird die Tagesklinik am PLK eröffnet.

1968

Die ersten Winnender Schüler legen das Abitur ab.

1969

Der westliche Flügelbau des Schlosses wird eingerissen. --- Winnenden begründet eine Städtepartnerschaft mit Albertville (Département Savoie) in den französischen Alpen.

1970

22.7.: Das Aufnahmegebäude des PLK und die Stationen A, B und C werden eingeweiht. --- 26.11.: Der Westflügel des Schlosses wird neu gebaut. --- November: Am PLK werden koreanische Krankenschwestern beschäftigt.

1971

1.1.: Höfen wird eingemeindet. Am 1.12. folgen Baach, Bürg und Hertmannsweiler. --- Das PLK erhält eine neurologische Fachabteilung. --- In Schelmenholz wird das Maximilian-Kolbe-Haus als weiteres Gemeindezentrum erbaut. --- Nach Plänen von Magnus Bareth werden drei Hochhäuser im Schelmenholz errichtet. --- Im Schelmenholz öffnen die beiden ersten rein städtischen Kindergärten („Im Körnle“, „Schafweide“).

1972

1.1.: Breuningsweiler und Hanweiler werden Teilorte Winnendens. --- Das Gymnasium (heute: GBG) erhält ein Sprachlabor.

1973

1.1.: Winnenden wird Große Kreisstadt und wird Teil des Rems-Murr-Kreises. Das Stadtoberhaupt Hermann Schwab heißt ab jetzt „Oberbürgermeister“. --- 1.3.: Das PLK firmiert nun als Psychiatrisches Landeskrankenhaus Winnenden. --- 8.9.: Das neue Feuerwehrgerätehaus in der Mühltorstraße 50 wird übergeben.

1974

1.1: Birkmannsweiler wird ein Teilort Winnendens. --- Die Villa im Schlosspark wird abgerissen. --- Febr.: Das Übergangswohnheim des PLK für Frauen in der Schloßstraße 15 wird in Betrieb genommen. --- Am PLK wird die Hauszeitung Brunnen gegründet. --- 21.11.: Das PLK erhält ein Personalkasino.

1975

1.4.: Der Gutshof des PLK wird aufgelöst. --- 1.10.: Die Verwaltung des PLK wird digitalisiert: Die Pflegesätze werden per EDV abgerechnet. --. Das zweite Winnender Gymnasium (heute: LGW) wird eröffnet.

1976

Adolf Schmidgall wird Ehrenbürger. --- Hans-Ulrich Seifert wird Schulleiter des Lessing-Gymnasiums.

1977

Die D- und E-Bauten werden eingeweiht.

1978

Karl-Heinrich Lebherz wird Oberbürgermeister. --- Hermann Schwab wird Ehrenbürger. --- Winnender Gymnasiasten um Lars Besa gründen die Punkband NoRMAhl.

1979

3.1.: Auf der Station G3 des PLK wird die Entwöhnungsbehandlung eingeführt.

1980

5.3.: Das PLK erhält zwei neue Arbeitstherapie-Hallen. --- 15.12.: Das „Schloß-Lädle“ am PLK wird eröffnet. --- Mit der Reinigung der Christusstatue in Rio de Janeiro beginnt das Winnender Kärcher 1980 sein Kultursponsoring.

1981

Der Jakobus-Altar wird zum Europäischen Kulturerbe erhoben.

1982

21.12.: Nach der Fertigstellung des Umbaus (Mittelbau und Ostflügel) wird das Schlossgebäude für den Klinikbetrieb geöffnet. --- Die Schlosskirche wird aus konservatorischen Gründen umfangreich saniert.

1983

1.1.: Das PLK erhält eine Krankenhausapotheke.

1984

Das Winnender Unternehmen Kärcher stellt den weltweit ersten tragbaren Hochdruckreiniger für Privathaushalte vor.

1985

Das Inspektor-Wohnhaus und das „Rettungshaus“ der Paulinenpflege werden abgebrochen.

1986

Volker Schweickhardt wird Schulleiter des Lessing-Gymnasiums.

1987

Die Neumühle in Birkmannsweiler wird unter Denkmalschutz gestellt.

1988

Das neue Musiktherapie-Gebäude wird eröffnet. --- Harald Pflüger wird Kommandant der Freiwilligen Feuerwehr.

Winnenden seit der Wiedervereinigung

1991

14.6.: Das Wunnebad wird eröffnet. --- Die Punkrockband S.i.K. wird gegründet.

1992

Die Trainingswohnung des PLK in Höfen wird eröffnet.

1993

Das Lenauhaus am PLK (ehem. Wäscherei) wird eröffnet. --- Winnenden begründet eine Städtepartnerschaft mit Santo Domingo de la Calzada in der spanischen Region La Rioja.

1994

In Winnenden wird erstmals ein Jugendgemeinderat gewählt. --- Bernhard Fritz wird Oberbürgermeister.

1995

Das Schlosscafé wird eröffnet. --- Die Station A1 des PLK wird saniert. --- 28.6.: Das PLK wird zum „Zentrum für Psychiatrie (ZfP)“. --- Karl-Heinrich Lebherz wird Ehrenbürger.

1997

Der Verein Feuerwehrmuseum Winnenden e. V. wird gegründet.

1998

Das Wunnebad erhält im Winterbetrieb eine Eisbahn. --- Das Winnender Unternehmen Kärcher reinigt im Rahmen seines Kultursponsorings die Kolonnaden des Petersplatzes in Rom. --- Walter Rupff gründet in Winnenden den ersten Betrieb für Tierbestattung in Baden-Württemberg.

1999

Willi Halder gibt eine Neuausgabe von Börners Winnenden in Sage und Geschichte.

2003

Hans-Dieter Baumgärtner wird Schulleiter des Lessing-Gymnasiums.

2004

Erstmals wird der „Winnender Wonnetag“ begangen.

2006

27.11.: Die Zipfelbachtalbrücke wird für den Verkehr freigegeben.

2007

Die Bauarbeiten zum Baugebiet Arkadien („Toskana“) beginnen (Abschluss 2012).

2008

14.7.: Der Kreistag des Rems-Murr-Kreises beschließt, in Winnenden das neue zentrale Kreiskrankenhaus zu errichten.

2009

11.3.: Die Albertville-Realschule zum Schauplatz des sogenannten Amoklaufs von Winnenden. --- Die B14 wird über den Leutenbach-Tunnel an Winnenden vorbeigeführt.

2010

1.4.: Hartmut Holzwarth wird Oberbürgermeister.

2012

Winnenden begeht seine Achthundertjahrfeier.

2014

4.7.: Das Rems-Murr-Klinikum wird eröffnet.

2015

Das Rems-Murr-Klinikum wird akademisches Lehrkrankenhaus der Eberhard-Karls-Universität Tübingen. ---Jörg Steinl wird Schulleiter des Lessing-Gymnasiums.

2017

Der Winnender Sportpark wird eröffnet.

2018

Der ehemalige Feuerwehrkommandant Helmut Pflüger und das Ehepaar Steiger werden Ehrenbürger.

2019

Winnenden richtet die Heimattage Baden-Württemberg aus.

2020

Die Renovierung des Gebäudes Ecke Bengelstraße / Mühltorstraße ist abgeschlossen. Die Gedenkplakette für Gottlob Müller wird erneuert.