Winnender Flurnamen

Flurnamen sind in vielen Fällen gute Indizien, wie und durch wen die Landschaft genutzt wurde. Oft deuten sie auch landschaftliche Besonderheiten an. Entstanden sind sie meist zwischen der Urbarmachung im frühen Mittelalter und der Entstehung von präzisen Flurkarten im 18. Jahrhundert. Nur vereinzelt stammen Flurnamen aus dem Zeitraum ab Mitte des 19. Jahrhunderts („Beim Krankenhaus“). Überbaute Flure verlieren oft meist ursprüngliche Benennung und tauchen auf Karten nicht mehr auf (das trifft z. B. auf die „Wette“ zu, die beim heutigen Rathaus lag, oder auf die Kirchwiesen). Für das Winnender Gebiet sind viele Namen nach landschaftsüblichen schwäbischen Begriffen und Personennamen. Es ist jedoch nicht immer möglich, eine unstrittige Etymologie vorzulegen. Vielleicht kann eingehende Quellenarbeit noch den einen oder anderen Befund umstoßen. Auch Flurbegehungen könnten zu vertiefter Erkenntnis beitragen.

Abelhansen (HAN)

Denkbar ist eine Ableitung von „Apfel“ in Verbindung mit dem im Hochmittelter verbreiteten und sprichwörtlich gewordenen Männernamen Hans. Wahrscheinlicher ist eine scherzhafte Benennung, die sich auf den steilen Weg vom Hanweiler Sattel nach Hanweiler abwärts bezieht.

Adelsbach (WN)

Die Flur Adelsbach ist vermutlich Adelsbesitz gewesen; im späten Mittelalter sind in Winnenden verschiedene Geschlechter nachgewiesen (Rau, Schenk).

Aiperstumpen (HERT)

„Stumpen“ sind die Überreste abgehauener Bäume – auch ein Hohlmaß (‚halber Sack‘) heißt so. „Aiber“ ist der Storch, „d’Aibir“ ist eine Kartoffel (‚Erdbirne‘).

Allmendäcker (BR)

Die Allmende ist ein Acker im Gemeindebesitz, der von der Allgemeinheit oder einer begrenzten Gruppe von Gemeindemitgliedern genutzt wird.

Anwanden (HERT)

Eine Anwande ist ein schmaler Ackerstreifen, der quer zu anderen Äckern in deren Pflugwendebereich lag, ein Angewann ein entsprechendes schmales Gewann.

Auäcker (HERT, DEG)

Die „Au“ ist eine feuchte Wiese; aus der Mahd wird Heu gewonnen.

Aupperle (BA)

Der Name „Aupperle“ tritt im Raum Winnenden, vor allem in den Berglen, gehäuft auf. Der genaue Zusammenhang ist noch ungeklärt.

Baitenloch (DEG)

„Beit“ ist auf Schwäbisch eine abzutragende Schuld, „Loch“ eine Vertiefung im Gelände; denkbar ist auch eine Ableitung von „beiten“ im Sinne von „warten“ oder „bleiben“.

Bangert (BIRK)

Bangert ist die verkürzte Form von „Baumgarten“.

Baurenhau (BR)

Der Baurenhau war vor der Rodung wohl ein Flurstück, in dem die Bauern von Breuningsweiler Holz schlugen.

Benzäcker (BÜ)

Die Benzäcker mögen einem Zweig der Familie Benz gehört haben; „Benz“ ist die gekürzte Form von Benno (wie „Hinz“ zu „Heinrich“).

Benzenwiesen (BR)

Die Familie Benz, der das Flurstück wohl gehörte, war eine alteingesessene Breuningsweilermer Familie.

Bergle (BIRK), Bergle (DEG, PAUL)

Das „Bergle“ ist eine kleine Kuppe am östlichen Ende von Birkmannsweiler. Auch die mäßige Erhebung zwischen Degenhof und Paulinenhof heißt „Bergle“.

Bertschen (BR)

Das Flurstück Bertschen hat vermutlich der lange in Winnenden ansässigen Familie Bertsch gehört; der Name leitet sich von „Berthold“ her.

Biberäcker (BR)

Hier, am Oberlauf des Zipfelbachs, könnte es früher durchaus Biber gegeben haben.

Bildäcker (BR)

Es ist davon auszugehen, dass hier schon früh (vor der Reformation) ein Bildstock stand.

Bilzplatz (BURK)

Eine sinnvolle Deutung steht noch aus. Möglicherweise liegt der Personenname Bulzo zugrunde.

Birkenrain (BR)

Am Birkenrain verläuft ein kleiner Bach, der manchmal trockenfällt; der Boden reicht aus für die anspruchslosen Birken, die hier wohl standen.

Bödele (BAA)

Das „Bödele“ ist eine ebene, tiefgelegene und kleine Flur.

Bogenland

Hier ist ein gebogenes Flurstück (bzw. ein Flurstück an einer Wegbiegung) anzunehmen.

Bossele (WN)

Das Bossele ist vermutlich von „bös“ (wenig ertragreich) abgeleitet, eventuell von „bossle“ (herumarbeiten).

Brachtelsberg (HERT)

Denkbar ist eine Ableitung von „Brachet“; diese Flur liegt brach und kann auch durch Rodung sinnvoll genutzt werden.

Brafersberg (HERT)

Wald; eine sinnvolle Deutung steht noch aus.

Breitäcker (HÖ)

Die Breitäcker bilden ein besonders großes Flurstück; solche Felder waren oft im Besitz vermögender Personen.

Brückleswiese (HAN)

Unweit von dieser Flur quert eine kleine Brücke den Zipfelbach.

Brühl (WN)

Ein „Brühl“ ist in der Regel eine ergiebige Viehweide, oft im Gemeindebesitz.

Brünnleswiesen (BIRK)

Diese Wiesen im Tal des Buchenbachs sind recht feucht.

Brunnwiesen, Brunnwengert (BÜ), Brunnäcker (SCHU), Brunnhölzle (DEG) Brunnhau

Hier entspringen Quellen; im Fall der Brunnäcker und der Brunnwiesen ist es das Buchenbächle. Das Brunnhölzle ist ein kleiner Baumbestand in der Nähe des Brunnbächles („brunn“ noch frühneuhochdeutsch: ‚Quelle‘). Der Brunnhau ist ein quellenreiches Waldstück

Bubenhälde (HAN)

Die Bubenhälde ist ein Südhang mit Weingärten. Die Benennung ist noch ungeklärt.

Buocher Äcker (BR)

Ob die Äcker zu Buoch gehört haben, ist unklar; sie liegen auch nicht direkt in Richtung Buoch.

Burgäcker (BÜ), Burgberg (BÜ)

Die Burgäcker und die Flur Burgberg gehören zur ehemaligen Bürger Burg, die im 16. Jh. weitgehend abgebrochen wurde.

Burgeräcker (SH)

Die Burgeräcker wurden von den Bürgern Winnendens bestellt.

Bürgle (HERT)

Der Name ist unklar.

Burgweg (WN)

Wie der gleichnamige Burgweg liegt diese Flur am alten Weg nach Bürg.

Crommert (HAN)

Möglicherweise hängt der Flurname mit „Grummet“ zusammen, einer Wiese, die sich zweimal im Jahr mähen ließ.

Deiäcker, Deiwiesen (BA)

Ein „Dei“ ist auf Schwäbisch ein Salzkuchen; wahrscheinlicher ist eine Herkunft von „Teich“.

Ebene (BR)

Dieses flache Flurstück grenzt den Wald.

Eglesäcker (HÖ)

Ein „Eges“ ist auf Schwäbisch (obs.) eine Eidechse; vermutlich wurden hier viele dieser kleinen Reptilien gesichtet.

Eiche, Bei der verbrannten (BIRK)

Vermutlich ist das Flurstück nach einer Eiche benannt, die einem Blitzschlag zum Opfer fiel.

Eichholz (BURK)

Hier, in der Nähe der Kreisdeponie, wuchsen und wachsen viele Eichen.

Eitelböse (WN)

Die Flur am Hambach ist altes Überflutungsgebiet und daher nicht für den Ackerbau geeignet („bös“); es wäre vergeblich („eitel“), dort auszusäen.

Erlach (BIRK), Oberes Erlach (BIRK), Erlenwiesen (BIRK)

Die Flurnamen Erlach und Erlenwiesen werden von einem kleinen Zubringer zum Buchenbach entwässert; die Benennung nach der Erle deutet auch Feuchtwiesen hin.

Erlenhau (BR)

In diesem feuchten Waldstück wurden Erlen eingeschlagen.

Espach (SCHU)

Entweder eine Futterwiese am Bach oder ein Pappel- bzw. Espenbestand

Eucher (BA)

Wahrscheinlich handelt es sich um eine Pluralform zu „Au“ (‚feuchte Wiese‘).

Fasanengärten, Hinter den Fasanengärten (HERT)

Hier wurden zu Jagdzwecken Fasane gehalten; der Vogel stammt ursprünglich aus Ostasien und war ein beliebter Jagdvogel.

Flachswiesen (SCHU, BÜ), Flachsäcker (HAN)

Flachsanbau war vor dem Siegeszug der Baumwolle weitverbreitet; aus Lein wird auch Öl gewonnen.

Gassenäcker (HERT)

Die Gassenäcker lagen an einem von einer Gassen des Orts ausgehenden, wohl mit Hecken gesäumten Feldweg.

Geltnerwiesen (BR)

Für die Nutzung der Geltnerwiesen war ein spezieller Zins zu zahlen (schw.: Gelte)

Gemeiner See (BR)

Hier befand sich ein kleiner Tümpel, der möglicherweise nur saisonal gefüllt war und zum Allmendebereich Breuningsweilers gehörte, als der „gemeinen“ Nutzung freistand.

Gereut (BIRK)

Hier wurde gerodet.

Gießübel (BIRK, BÜ)

Das Wort Gießübel hat als Flurname recht unterschiedliche Bedeutungen. Der Gießübel war ein Käfig, den man ins Wasser lassen konnte. Darin wurden Straftäter eingesperrt und eine Weile im Wasser untergetaucht. Angesichts des recht sandig-steinigen und trockenen Gießübels ist ein scherzhafter Sprachgebrauch denkbar: Besonders trockene und wertlose Grundstücke wurden oft so bezeichnet.

Graben, Hoher und Neuer (WN)

Hier befanden sich Gräben zur Entwässerung der Wiesen Richtung Zipfelbach.

Großäcker, Großwiesen (SCHU)

Der Name ist einleuchtend; ein großes Flurstück, das in der Regel vermögenden Personen gehörte.

Großhecke (HERT)

Das Flurstück ist recht groß und war sicher von einer Hecke gesäumt.

Grund- und Haldenwiesen (BURK)

Die Wiesen liegen teils in der Fläche, teils am Hang.

Gründle (BA), Grundwiesen (SCHU), Alter Grund (SCHU)

Die Grundwiesen liegen, besonders von Bürg oder vom Rand des Gießübels gesehen, recht tief.

Guckhäule (BÜ)

Der „Guck“ oder „Guckgauch“ ist der Kuckuck. Hier, wo im Frühjahr der Kuckuck zu hören war, wurde Holz eingeschlagen.

Habichtsäcker

Die Habichtsäcker liegen an einer sumpfigen Niederung beim Rotbach, die früher sicher einen dichteren Baumbestand aufwies und Lebensraum für Habichte bot.

Halde, Hintere und Vordere (DEG); Halde, Obere Halde (SCHU)

Die genannten Flurstücke sind alle in Hanglage.

Hambach (BIRK), Ob dem Hambach

Der Hambach entsprang ursprünglich in einem lichten Gehölz beim Eichholz (einem Hag).

Hanfäcker (SCHU)

Hanfanbau war früher in der Winnender Gegend weit verbreitet; Hanfäcker gab es auch bei Lehnenberg.

Haselstein (BR)

Der Haselstein ist vermutlich nach der hier durchaus verbreiteten Hasel benannt.

Hauswiesen (HAN)

Die Hauswiesen liegen direkt am Ortsrand von Hanweiler.

Hauwiesen (BÜ)

Die Hauwiesen gehen auf eine Rodung zurück.

Heckenäcker (BÜ)

Die Heckenäcker waren früher von einer Hecke gesäumt.

Heiligenäcker (BÜ)

Die Heiligenäcker dürften im Besitz der Kirche oder eines Klosters (vielleicht Lorch) gewesen sein.

Helleswiesen (BR)

Die Helleswiesen liegen am Ortsrand von Beuningsweiler. Eine „Helle“ war im Forstwesen ein starker Holzeinschlag nach der ersten Holzernte („Afterschlag“).

Heringshalde (HERT)

Denkbar ist eine Verballhornung des im Raum Winnenden häufigen Namens Ehring (auch: Hering); Heringe können auch zur Stickstoffdüngung eingesetzt werden, es ist aber höchst zweifelhaft, ob dergleichen im Raum Winnenden geschehen ist.

Herrenwiesen (BIRK)

Die Herrenwiesen waren in Adelsbesitz.

Himmelreich (HERT)

Das Himmelreich liegt höher als das Umland, näher am Himmel.

Hirschhaut (BIRK)

Möglicherweise liegt eine Verballhornung von Hirschhau vor; einem Wald zum Holzeinschlag, wo Hirsche vorkommen.

Hirschpfützenäcker (BR)

Diese Äcker liegen unweit des Waldes; vermutlich befand sich dort eine von Schalenwild (Hirschen und Rehen) genutzte Tränke.

Hof, Hinterer (SCHU); Hofäcker (HÖ)

Die Hofäcker gehörten wohl zum oberen Hof der beiden „Höfen“. Der Hintere Hof könnte ein abgegangener Teil des Schulerhofs sein

Höhberg (SH)

Die zum Wald recht steil ansteigende Flur Höhberg liegt zwischen Hanweiler und Schelmenholz. Sie grenzt an den Waldfriedhof.

Hohreusch (SH)

Eine Ableitung von mhd. „riuschen“ (‚rauschen‘) ist bei diesem Hügel ebenso denkbar wie ein Bezug zur Rodung.

Holetsrain (HERT)

Möglicherweise von mhd. „hohlêht“ (Leistenbruch): Ein bei Bauern häufig vorkommendes Problem in dieser Zeit.

Holzäcker (SCHU), Holzäckerwiesen (SCHU)

Die Holzäcker liegen unweit vom Wald.

Holzenberg, Hinter dem Holzenberg (BR)

Weinberg und Streuobstwiesen liegen am Hang unter dem bewaldeten Haselstein.

Hölzle (HERT)

Die Flur Hölzle benannte ein kleines Gehölz, eventuell auch Steuobstwiesen.

Hölzleswiesen (HÖ)

Die Hölzleswiesen genzen an die Streuobstwiesen.

Hongwasen (HERT)

Die Hongwasen sind weniger üppige Wiesen am Hang

Hungerberg (WN)

Der heute überbaute Hungerberg weist einen kargen, lehmig-steinigen Boden auf; der Ertrag war vergleichsweise gering, daher: „Hunger“-Berg. Das Gelände steigt nur leicht an, man hat von der alten Kastanie bei der Flur „Rot“ einen guten Ausblick.

Ilgenhalde (BÜ)

Die „Ilge“ ist eine Lilie; denkbar ist auch eine Herleitung von dem verbreiteten Familienamen Ilg.

Immeräcker (BR)

Möglicherweise wurde hier früher Emmer angebaut.

Jägerwiesen (BR)

Die Jägewiesen verlaufen entlang des Waldrands und werden vom Zipfelbach gequert; trinkendes und äsendes Wild konnte hier leicht erjagt werden.

Kaiert (HERT)

Hier liegt keine sinnvolle Deutung vor.

Katzenöhrle (WN)

Das Katzenöhrle ist ein dreieckiges, steiles und recht kleines Flurstück.

Kauzenbach (BÜ)

Sehr wahrscheinlich ist die Flur tatsächlich nach dem Vorkommen eines Eulenvogels benannt; einen Bach gibt es hier nicht mehr.

Kelteräcker (BR)

Die Kelteräcker liegen unweit der alten Beuningsweilermer Kelter.

Kelterwengert, Oberer und Unterer (BÜ)

Diese beiden Weingärten befanden sich in der Nähe der Bürger Kelter.

Kesselrain (WN)

Der Kesselrain verwaist auf die Senke zwischen dem Stadtrand und dem Weißling, der leichten Anhöhe zwischen Winnenden und Birkmannsweiler.

Kirchhofäcker, Untere (HERT)

Die Kirchhofäcker liegen unweit der Kirche Hertmannaweilers.

Kirschenhau (BIRK)

Im Kirschenhau wuchsen früher möglicherweise Vogelkirschen und Wildkirschen (Weichseln).

Klaffenhalde (BR)

Die Halde, ein Flurstück in Hanglage, war wohl besonders reich an unerwünschten Beikräutern (schw.: Klaffa = Klappertopf, Kornrade, etc.).

Kläfferbrunnen, Beim (BÜ)

Denkbar ist eine Ableitung von diversen Unkräutern, die auf Schwäbisch als „Klaffe“ bezeichnet werden, ansonsten ist ein „Kläffer“ ein Verleumder oder Schwätzer.

Kleewiesen (HERT)

Kleewiesen sind Wiesen mit gutem Viehfutter.

Kleinheppacher Holz (BR)

Hier befand sich ein Wald, der zu Kleinheppach im Remstal gehörte.

Klinge, Obere und Untere (BIRK)

Hier befindet sich ein Einschnitt im Sonnenhang, eine Klinge.

Köppelesklinge (SH)

Die tief eingeschnittene Köppelesklinge mit dem Kööpelesbach könnte nach der Trollblume oder einem anderen Hahnenfußgewächs benannt sein (schw. Koppel = Trollblume).

Körnle (SH)

Hier war nur auf geringen Ertrag zu hoffen.

Krankenhaus, Beim (WN)

Der Flurname miss recht neu sein, das alte Kreiskrankenhaus wurde 1865 erbaut.

Kreuzstein (HERT)

Hier hat vermutlich ein Wegkreuz gestanden.

Kühreisach (BR)

Denkbar ist, dass die Flur eine Nutzung als Milchviehweide erfuhr, die durch eine Rinne (schw.: Reiße) abgegrenzt wird. Das schwäbische Wort „Reißach“ bedeutet auch ‚Reisig‘.

Länge (HAN)

Die Länge ist ein ausgedehntes Flurstück am Waldrand.

Langenwengert (BÜ), Langenäcker (BÜ)

Langenwengert und Langenäcker sind ausgedehnte Flurstücke.

Läureäcker (BÜ)

„Läure“ ist eine Bezeichnung für Trester; es ist anzunehmen, dass hier der Trester als Pressrückstand bei der Weingewinnung als Dünger ausgebacht wurde.

Lauxenfeld (BA)

Das Lauxenfeld könnte einem Lukas gehört haben; Laux ist eine alte Form von Lukas.

Lebertshalde (HERT)

Die Lebertshalde ist möglicherweise nach einem Liebhard benannt.

Linsenhalde (SH)

Die leicht ansteigende Linsenhalde wurde für den Anbau von Linsen und anderen Hülsenfrüchten genutzt.

Mädlesstein (BÜ)

Wald; eine sinnvolle Deutung steht noch aus.

Maienweingärten (HAN)

Die Maienweingärten liegen am Hang oberhalb von Hanweiler. Maienweingärten

Mäuerlesweingarten (BIRK)

Am Südhang Birkmannsweilers wurden früher tatsächlich Weingärten angelegt; die Trockenmauern sind zum Teil noch erhalten.

Mehläcker

Mehläcker gibt es auch in Leonberg und Bietigheim; sie sind besonders ertragreich.

Mönch (BIRK)

Denkbar ist eine Benennung analog zu Bergen, die „Mönch“ heißen; „Mönch“ heißen außerdem Hirsche ohne Geweih und Ablaufvorrichtungen in der Teichwirtschaft.

Mühlhölzle (BIRK)

Das Mühlhölzle war einst ein zur Neumühle gehörendes Waldstück.

Neun Morgen (SH)

Ein Schwäbischer Morgen umfasste etwa 3.300 m² - das Flurstück ist etwa 3 Hektar groß.

Öde (BÜ), Öde Halde (WN)

Der Boden ist recht steinig und nicht zum Ackerbau geeignet.

Otternhäule (BIRK)

Möglicherweise steht das Ötternäule, ein Waldstück, in Bezug zum Buchenbächle; das Vorkommen von Fischottern in der Winnender Gegend ist jedenfalls belegt. Säckler wie Ferdinand Mast bitten im 19. Jahrhundert gelegentlich um Otterfelle. 

Pfeilklinge (BA)

Die Pfeilklinge ist ein spitz auf eine Geländerinne zulaufendes Flurstück.

Pfützen (WN)

Die Flur „Pfützen“ wies einige kleine Tümpel auf.

Platte, Obere und Untere (SCHU)

Die Obere Platte und die Untere Platte sind zwei recht ebene Flurstücke unterhalb des Schulerhofs.

Rainwiesen (HÖ)

Ein „Rain“ ist ein langer, schmaler Abhang, wie es ihn an dieser Seite Höfens gibt.

Ramshalde (BÜ)

Die Ramshalde könnte auf ein Vorkommen von Bärlauch (Rams) hindeuten.

Rappenhalde (WN)

Dieses Flurstück am Nordhang könnte aufgrund seiner Schattenlage oder aufgrund des Vorkommens von Krähen (schw.: Rapp) so genannt worden sein.

Rauher Gehrn (BURK)

Das einst offenbar spitz, wie ein Speer („Ger“) zulaufende Flurstück liegt in Nordlage (ist „rauh“). „Raue“ Flurstücke sind oft uneben oder unwirtlich.

Remsschlag (PAUL)

Denkbar ist, dass hier Holzeinschlag stattfand; der Bestandteil „Rems“ könnte mit dem Bärlauch zusammenhängen schw.: „Rams“).

Riedklinge (HERT)

Die leichte Eintiefung am Rotbach lässt sumpfigen Grund (Ried) als Benennungsgrundlage plausibel erscheinen.

Riegelgasse, Unter der

Die Riegelgasse führt zwischen dem Fuß des Haselstein und den Hängen des Hohreusch hindurch und muss dabei die Steigung eines Querhangs Richtung Hanweiler (des „Riegels“) überwinden. Denkbar wäre auch, dass hier Hanweiler, früher Ordensbesitz, durch einen Zaun („Riegel“) von der Winnender Gemarkung abgegrenzt war.

Roßberg (WN)

Der Winnender Hausberg, könnte auch ein „Rosenberg“ sein; hier finden Heckenrosen ein ideales Habitat vor – es ist trocken und sonnig. Die Deutung als Opferstätte für Pferde entbehrt bisher jeder Grundlage.

Rot (WN)

Der Flurname Rot geht vermutlich auf eine Rodung zurück oder auf den leicht rötlichen Boden zurück, den man hier findet.

Rotenbühl (HERT)

Wald; Der Rotenbühl ist ein Hügel (mhd. bühel), auf dem Rodungen stattfanden.

Ruit (HERT), Ruitwiesen (BÜ), Ruitzenberg (HERT), Ruitzenmühle (HÖ)

Im „Ruit“ wurde Wald gefällt, um Land für den Ackerbau zu gewinnen. Unklar ist jedoch, ob das auf die Ruitzenmühle auch zutrifft. Die Ruitzenmühle ist mittlerweile abgegangen; den Mühlbach gibt es jedoch noch, auch die Flur Mühläcker existiert noch.

Salzberg (BIRK), Salzbergwiesen (BIRK)

Der Boden ist hier recht feucht und sauer; das Gras lässt sich dem Vieh nicht besonders gut verfüttern.

Sandäcker (BIRK)

Die Flur unterhalb des Gießübels ist tatsächlich etwas sandig-lehmig.

Sandweg, Ob dem; Unter dem (BR)

Der Untergrund von Breuningsweiler besteht zum Teil aus Sandstein; in den Stubensandstein wurden auch Höhlen gegraben.

Sauäcker (BIRK)

Die Sauäcker wurden zum Schweineaustrieb genutzt.

Schelmenäcker (BÜ), Schelmenholz (SH)

Hier begruben die Abdecker Tierkadaver.

Schenkenberg (HERT)

Die Schenken von Winnenden waren im Mittelalter ein lokales Adelsgeschlecht; es ist anzunehmen, dass sie Güter am Schenkenberg besaßen.

Scheunenberg (BA)

Am Scheunenberg stand wohl eine auffällige Scheune. 

Scheurenrain (DEG)

Hier verläuft ein Weg an einem schmalen, langen Abhang – die Scheune (schwäb. Scheuer) des Degenhofs stand in der Nähe.

Schießrain (DEG)

Möglicherweise befand sich hier eine Schießanlage; ab Mitte des 19.s gab es zumindest in Winnenden einen Schützenverein.

Schlosswengert (BÜ)

Der Schlosswengert war vermutlich dem Hofkammergut zugeordnet.

Schlot (BIRK)

Die Flur Schlot könnte sich von „Schlatt“ (‚Sumpfeglände‘) herleiten; in der Tat ist das tiefliegende Waldstück am Buchenbächle recht feucht.

Schnarrenberg (BIRK)

Möglicherweise bezieht sich der eher karge „Schnarrenberg“ auf das schwäbische Wort „Schnorr€“ für alte Bäume mit wenigen Ästen.

Schneckenberg (HERT)

Die Flur Schneckenberg könnte auf Ammonitenfunde hindeuten – oder auf das Häufige Vorkomme von Weinbergschnecken, die in Hungerzeiten auch gegessen wurden.

Schönenberg (BR)

Eine sinnvolle Deutung steht noch aus.

Schray, Untere (WN)

Woher die Bezeichnung stammt, ist unklar.

Schulerhof, Schulerwald (SCHU)

Denkbar wäre, dass der Hof ursprünglich einem Dorflehrer gehört hat, jemandem, der einschult.

Schwarze Wiesen, Schwarze Äcker (HERT)

Die Schwarzen Wiesen sind wegen des dunklen, tonigen Erdreichs so benannt.

Seerain (HÖ), Seewiesen (WN), Sewasen (WN), Seehalde (WN), Neuer See (HÖ), See (SH); Ob dem See (HERT), Beim See

Der im 16. Jh. trockengelegte Winnender See wurde von der Seehalde (einem Südhang) begrenzt. Er erstreckte sich in Richtung Höfen, wo die Seewiesen liegen. Möglicherweise lag in der Flur „Neuer See“ ein weiterer See – noch immer bilden sich dort nach Dauerregen große Pfützen. Ein kleiner See (oder Dorfweiher) kann auch für Hertmannsweiler angenommen werden.

Seiboldswiesen (BR)

Der in Württemberg weitverbreitete Familienname Seibold kommt auch in Winnenden oft vor. Diese Wiesen gehörten vermutlich einst einem Zweig der Seibolds.

Seizlesbrunnen (WN)

Hier könnte sich eine zum Zipfelbach entwässernde Quelle befunden haben. Die Name Seiz kommt in der Winnender Gegend oft vor.

Sommerhalde (WN)

Dieses abschüssige Flurstück in Südlage ist „sommerlich“ (warm und sonnig).

Sonnenberg (BR)

Der Sonnenberg, ein Flurstück in Südlage, ist wegen der Magerwiesen besonders artenreich. Hier befand sich das von Gutsbesitzer Weitzel angelegte „Gut Sonnenberg“.

Steigäcker (BA)

Die Steigäcker liegen an der steilen Straße („Steige“) nach Bürg.

Steinböss (HERT)

Wegen des steinigen Bodens war diese Flur schwer zu bebauen („bös“).

Steingrube (HÖ)

Die Steingrube liegt nicht weit vom Steinbruch am Gießübel.

Steinland (BIRK)

Der Boden ist hier steinig und schwer zu bearbeiten.

Stöckach (WN), Hinter dem Stöckach (WN)

Der steil ansteigende Stöckack geht auf eine Rodung zurück, von der „Stöcke“ (Wurzelstöcke) zurückblieben.

Stöcketenwiesen, Hinter den

Die Stöcketenwiesen sind durch Brandrodung entstanden; die Baumstümpfe (schw.: stocke) wurden erst nach und nach entfernt.

Stolpenhof (BIRK)

Der Stolpenhof ist ein im Deißigjährigen Krieg abgegangenes Gehöft.

Stühle (BURK)

Flurnamen mit „Stuhl“ beziehen sich oft auf Gerichtsorte; hier ist das unwahrscheinlich. Möglicherweise ist lediglich der Hügel als Hocker oder Stuhl vorgestellt.

Sumpfäcker (BIRK)

Die feuchten Wiesen bei Birkmannsweiler, immer wieder in Quellen als ortstypisch identifizierbar, waren schwer zu entwässern und sind deshalb adäquat benannt.

Teich (HÖ)

Die Flur Teich ist wohl nach einem abgegangenen Kleingewässer benannt.

Trogwiesen (DEG, PAUL)

Die Trogwiesen sind ein breites Trogtal am Paulinenhof.

Trombach (HAN)

Der Weinberg Trombach leitet sich vom Gewässernamen Trombach ab; im Schwäbischen ist ein „Tromm“ das Endstück eines Gegenstands – im Tal des Trombachs ist ein recht enges Tal zwischen dem Hohreusch und dem Hanweiler Sattel; hier endet gewissermaßen die Winnender Bucht.

Ulrichsbrunnen, Beim St. (BURK)

Ein Ulrichsbrunnen ist ein Quellenheiligtum, das dem heiligen Ulrich von Augsburg gewidmet ist. Eine Entstehung des Fkurnamens spätestens in der Frühen Neuzeit ist wahscheinlich. Möglicherweise befand sich dort ein Ulrichsbrunnen.

Viehtränke (SH)

Die namensgebende Viehtränke zwischen Winnenden und dem Schelmenholz existiert nicht mehr.

Viehweide, Äußere Viehweide (BR)

Der Flurname bedarf keiner Erläuterung. Hier befanden sich Viehweiden.

Wäldlen (BIRK)

Denkbar ist, dass hier kleinere Waldstücke in der Vergangenheit die Rodungen überstanden haben.

Wechselland

Möglicherweise bezieht sich der Flurname darauf, dass dieses Flurstück eine Wertanlage darstellte, die den Besitzer wechseln konnte.

Wegäcker (BA)

Die Wegäcker liegen am Pfad, der von Baach an der Hügelflanke entlang Richtung BIrkmannsweiler führt.

Weiler, Hinter dem (BA)

Baach war lange lediglich ein Weiler aus mehreren Höfen

Welzenstein (BR)

Denkbar ist, dass hier immer wieder Findlinge und kleinere Felsbrocken aus dem Feld gewälzt werden mussten.

Wengert, Alte und Junge (BÜ)

„Wengert“ heißen auf Schwäbisch Weingärten: „Junge“ wurden den „Alten“ hinzugefügt.

Wettewiesen (BÜ), Wette (WN)

Hier befanden sich feuchte Wiesen, evtl. ein kleiner Teich.

Winterhalde (LEUT, HERT)

Die Winterhalde ist ein Nordhang, an dem der Schnee später abschmilzt.

Wolfsklinge (WN)

Die Wolfklinge hatte ein inzwischen abgegangener Bach gegraben; denkbar ist, dass sich dort eine Wolfsgrube befand.

Zeiläcker (BIRK)

Hier sind Dornenhecken anzunehmen (schw.: „Zeil“ = Dorngebüsch).

Zwerenberg (BÜ)

Der Zwerenberg ist ein Berg, der quer liegt (schw.: zwer = quer).

Zwischen den Bächen (HÖ)

Dieser schmale Landrücken liegt zwischen dem Hambach und dem tiefer verlaufenden Buchenbach.