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4. Jan. 2019

Deutschland und Äthiopien


Deutschland und Äthiopien - eine lange und wirksame Beziehung: Christentum, Kaffee und Hungerhilfe.

Kategorie: Germanistik
Erstellt von: pangloss

Äthiopien ist durch zahlreiche Projekte in jüngerer Zeit (etwa durch den Vertrieb des wirklich hervorragenden Kaffa-Wildkaffees) als eigentliche Heimat des Kaffees bekannt geworden. Äthiopische Kaffeekunst hat auch mich gewonnen: der auf dem Satz gebrühte und zuckersüße Kaffee wird mit äthiopischem Weihrauch befächelt. Als mutmaßliche Heimat des Presbyter Johannes ist das christliche Kaiserreich schon früh in den Blickwinkel deutscher Afrikanisten gerückt und war seit dem 17. Jahrhundert Ziel philologischer Bemühungen. Verdienstvoll und ergiebig war seit 1649 die Zusammenarbeit des Abba Gorgoryos mit dem ersten deutschsprachigen Äthiopisten. Zahlreiche Forschungsreisende und Diplomaten schließen sich an, einige finden in Äthiopien eine neue Heimat. 1905 nehmen die beiden Kaiserreiche in Mitteleuropa und am Horn von Afrika diplomatischen Kontakt auf. Den italienischen Überfall auf das einstige Partnerland Abessinien 1935 duldet Hitler. Erst Mitte der Fünfziger, unter Haile Selassie, nehmen die BRD und Äthiopien wieder Kontakt auf. Nicht nur der Bürgerkrieg und die sozialistische Diktatur (von der DDR), auch weitere Unruhen und die zunehmende Staatsverschuldung treibt Äthiopien tiefer in den Ruin und viele Äthiopier nach Deutschland. Mehrere Hungersnöte werden auch mit deutscher Hilfe bekämpft; Ältere erinnern sich an Karl-Heinz Böhm. Erst in den 2000er Jahren gelingt es Äthiopien, sein immenses Potenzial besser zu nutzen. Auch der kürzlich mit Eritrea geschlossene Frieden fördert die Entwicklung des Landes und lässt weitere Kontakte entstehen.