Uwe Neumahr: Literaturagent und Biograph

Biographie

Uwe Neumahr kommt 1972 in Winnenden als Sohn des Gymnasiallehrers Gustav Neumahr zur Welt. An der Universität Tübingen und der Scuola normale superiore Pisa studiert er Literaturwissenschaft. 2001 promoviert er in Köln mit einer Arbeit über die die Redegattung der „Protestatio de Iustitia“ in der Florentiner Renaissance. Er erhält ein Postdoktorandenstipendium und ist Mitarbeiter an der Forschungsstelle zur spanischen Renaissance der Universität Kiel. Ab 2007 ist er Lektor und Agent bei der AVA international GmbH. Seit Mai 2013 arbeitet er für eine internationale Literaturagentur in München, die Agence Hoffmann, wo er zahlreiche nationale und internationale Bestsellerautoren für den deutschsprachigen Buchmarkt vertritt, u.a. die Ex-US-Außenministerin Madeleine Albright, den Enkel Mahatma Gandhis, Arun Gandhi oder den Enkel Nelson Mandelas, Ndaba Mandela. Er lebt mit seiner Frau und seiner Tochter in der Nähe von München. Ein neues Sachbuch erscheint im Herbst 2022 im C.H. Beck Verlag.

Abb.: Uwe Neumahr

Bezug zu Winnenden

Der gebürtige Winnender Uwe Neumahr wächst in Steinach auf. Sein Vater Gustav Neumahr unterrichtet bis zur Pensionierung am Georg-Büchner-Gymnasium, wo er 1993 das Fach Italienisch einführt. Uwe Neumahr besucht bis zur elften Klasse das benachbarte Lessing-Gymnasium.

Werk

Abgesehen von seiner Studie über die Inquisition und einen Ausstellungskatalog zu Michael Ende hat Neumahr bisher ausschließlich Biographien vorgelegt. Zunächst zum Renaissancefürsten Cesare Borgia, dann zu Georg Friedrich Händel. Es folgen Biographien zu Miguel Cervantes, den Verfasser des „Don Quijote“ und zu Benvenuto Cellini. Seine jüngste Biographie, „Die exzentrische Lebensgeschichte des Künstlers und Verbrechers Benvenuto Cellini“, gibt bereits im Titel zu erkennen, dass sie an Vasari und die großen Künstlerbiographen der Renaissance anknüpft; zugleich mag man Goethes Übersetzung von 1803 voraussetzen, der allerdings Cellinis stilisierte Autobiographie recht frei wiedergibt. Mit Cellini greift Neumahr einen in der italienischen Renaissance nicht seltenen Typus heraus: der schillernde Florentiner ist ein „uomo universale“, wie er nun wieder im Buche steht. Zugleich ist Cellini ein von tausend Übeln gejagter Künstler, der seinerseits zum Verbrecher wird. Auf breiter Quellenbasis entsteht bei Neumahr ein packendes, kritisches und kenntnisreiches Lebens- und Zeitbild. Die Biographie Cellinis ist zugleich ein Sittenbild der ausgehenden Florentiner Renaissance.

Bibliographie

Werke

  • Neumahr, Uwe: Die exzentrische Lebensgeschichte des Künstlers und Verbrechers Benvenuto Cellini. Darmstadt: wbg Theiss, 2021
  • Neumahr, Uwe: Miguel de Cervantes: Ein wildes Leben: Biografie. München: C.H.Beck, 2015
  • Neumahr, Uwe: Cesare Borgia: Sohn des Papstes, Stratege der Macht, Fürst der Renaissance. Gernsbach: Katz, 2011
  • Neumahr, Uwe: Georg Friedrich Händel: Ein abenteuerliches Leben im Barock. München: Piper, 2009
  • Neumahr, Uwe: Cesare Borgia: Der Fürst und die italienische Renaissance. München: Piper, 2008
  • Neumahr, Uwe: Inquisition und Wahrheit: Der Kampf um den reinen Glauben: Von Peter Abaelard und Bernhard von Clairvaux bis Hans Küng und Josef Ratzinger. Stuttgart: Kreuz-Verl., 2005
  • Neumahr, Uwe; Hocke, Roman: Michael Ende - Magische Welten [Ausst.Kat., 17.10.2007-27.1.2008, Deutsches Theatermuseum München; 15.2.-5.10.2008, Filmmuseum Potsdam zu sehen]. Leipzig: Henschel, 2007
  • Neumahr, Uwe: Die „Protestatio de Iustitia“ in der Florentiner Hochkultur: Eine Redegattung. Münster: Lit, 2002 (Ars rhetorica; 13) (Diss. Universität Köln, 2002)

Sekundärliteratur

  • Schneider, Wolfgang: Nur wer wild lebt, kann wilde Bücher schreiben. In: Welt, 19.01.2016
  • Abenstein, Edelgard: Uwe Neumahr: „Miguel de Cervantes“: Hitzkopf der Weltliteratur. In: Deutschlandfunk, Lesart, 03.02.2016
  • Dobner, Walter: Wie ein Pfau, der sein Rad schlägt. In: Die Presse, 13.3.2021
  • Pfisterer, Ulrich: Ein Denkmal seiner selbst. In: FAZ, 16.3.2021